ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2006Psychiater und Nervenärzte: Ambulante Versorgung gefährdet

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Psychiater und Nervenärzte: Ambulante Versorgung gefährdet

Bühring, Petra

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LNSLNS Psychische Erkrankungen sind aus internationaler Sicht eine der größten Herausforderungen des Jahrhunderts. Sowohl das von der EUKommission vorgelegte „Grünbuch“ als auch der WHO-Aktionsplan von Helsinki haben die psychische Gesundheit zum wichtigsten Gesundheitsziel in Europa erhoben. „Wir vermissen von der deutschen Gesundheitspolitik den Impuls, dass die europäische Priorisierung aufgegriffen wird“, kritisierte Prof. Dr. med. Fritz Hohagen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), beim Jahreskongress der DGPPN Ende November in Berlin. Psychisch Kranke dürften bei der Gesundheitsreform nicht benachteiligt werden.
Dr. med. Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater, sieht die ambulante Versorgung von schwer psychisch Kranken gefährdet: „Wir brauchen dreimal so viele Psychiater und Nervenärzte.“ Knapp 6 000 Fachärzte seien bundesweit niedergelassen, davon würden 1 500 bis 2 000 aus Altersgründen bald ihre Praxis abgeben. Auch in den Kliniken scheide schätzungsweise ein Viertel der Fachärzte aus. Der Nachwuchs im Fach Psychiatrie und Nervenheilkunde könne den Bedarf nicht ausgleichen.
Die Jahrestagung der DGPPN ist mit inzwischen mehr als 6 000 Teilnehmern der größte wissenschaftliche Kongress des Fachbereichs im deutschsprachigen Raum. PB

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