ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2007Medikamentenmissbrauch: Sucht auf Rezept

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Medikamentenmissbrauch: Sucht auf Rezept

Dtsch Arztebl 2007; 104(1-2): A-4 / B-4 / C-4

Bühring, Petra

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Bis zu 1,9 Millionen Menschen in Deutschland sind medikamentenabhängig. Foto: Mauritius Images
Bis zu 1,9 Millionen Menschen in Deutschland sind medikamentenabhängig.
Foto: Mauritius Images
Medikamentensucht ist in Deutschland mit geschätzten 1,4 bis 1,9 Millionen Abhängigen ähnlich häufig wie Alkoholsucht. Besonders häufig betroffen sind Frauen und alte Menschen. Die meisten, rund eine Million, sind abhängig von benzodiazepinhaltigen Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen über mögliche Maßnahmen zur Reduzierung von Medikamentenmissbrauch.
Unzureichende oder falsche Behandlung von psychischen Erkrankungen, Schlaflosigkeit oder chronischen Schmerzen nennt die Studie als eine Ursache des Missbrauchs – aber auch nachlässiges Verschreibungsverhalten von Ärzten. „Mehr Aufklärung und eine verantwortungsvolle Verschreibungspraxis“, fordert daher die Drogenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Eichhorn. Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) begegnet dem Problem mit der Erarbeitung eines Leitfadens, der Ärzten Hinweise zur Verschreibung von Medikamenten mit Missbrauchspotenzial an die Hand geben soll. Der Leitfaden soll Anfang des Jahres veröffentlicht werden. Sabine Bätzing, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, kündigte an, in Gesprächen mit der BÄK und der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände die Umsetzung des Leitfadens vorantreiben zu wollen. PB
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