ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2007Randnotiz: Lob dem Vorsatz

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Randnotiz: Lob dem Vorsatz

Dtsch Arztebl 2007; 104(1-2): A-5 / B-5 / C-5

Merten, Martina

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LNSLNS Wie angenehm wäre es, zu Jahresbeginn auch einmal etwas Positives zu lesen, sodass der Leser denkt: So schlecht ist die Welt doch gar nicht. Schließlich wird den Medien oft vorgeworfen, sich in Negativmeldungen zu ergießen und selbst bei Positivem nach dem Haar in der Suppe zu suchen.
Wie wäre es also damit: Kirchen und Pharmaindustrie bekennen sich zu ihrer Verantwortung im Kampf gegen tropische Armutskrankheiten. Schließlich, so die Vertreter der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung und der forschenden Pharmaindustrie, seien Armutskrankheiten wie die Schlafkrankheit, Kala-Azar oder das Denguefieber für 500 000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich, und es bestehe ein „erheblicher Bedarf an pharmazeutischer Innvovation“.
Hört, hört. Nun hat das ungleiche Paar ein Grundlagenpapier herausgegeben, in dem es Handlungsempfehlungen aufzeigt, wie diese Krankheiten vor allem vonseiten der Pharmaindustrie bekämpft werden sollen. Das Vorhaben, um mit den Worten der Vorsitzenden des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller, Cornelia Yzer, zu sprechen, lässt sich duchaus als eine „erfreuliche Neuigkeit“ bezeichnen. Viel zu lange begegneten die Kirchen der Pharmaindustrie mit erhobenem Zeigefinger, viel zu lange ging es den Pharmafirmen ausschließlich um die Wirtschaftlichkeit von Projekten. Die Bedürfnisse der Menschen in Entwicklungsländern blieben zweitrangig.
Eine andere Frage ist natürlich, ob dem späten Bekenntnis, handeln zu wollen, auch wirklich Taten der Pharmafirmen folgen werden . . . aber Verzeihung, damit wären wir wieder bei der Negativsichtweise.
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