ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2007Therapie bei Typ-2-Diabetes oft mangelhaft

AKTUELL: Akut

Therapie bei Typ-2-Diabetes oft mangelhaft

Dtsch Arztebl 2007; 104(1-2): A-6 / B-6 / C-6

Zylka-Menhorn, Vera

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LNSLNS Trotz Insulintherapie haben viele Typ-2-Diabetiker zu hohe Blutzuckerwerte. Grund dafür ist, dass sich Patienten und Therapeuten häufig zu spät für eine Insulintherapie entscheiden und dann nicht immer die passende Therapieform wählen. Darauf weist die Deutsche Diabetes-Gesellschaft anlässlich der Veröffentlichung einer bundesweiten Studie hin (Diabetologie 2006; 1: 366–73).
In Deutschland erhält jeder fünfte Diabetiker eine Kombinationstherapie aus oralen Antidiabetika-Tabletten und Insulin. Im Prinzip ist dies eine ideale Mischung. Dr. med. Petra Ott (Dresden) und weitere Wissenschaftler ermittelten in der „Diabetes-in-Germany(DIG)-Studie“ jedoch, dass Patienten mit der Kombinationstherapie die schlechtesten Blutzuckerlangzeitwerte haben. Die DIG-Studie ist eine repräsentative Stichprobe von 4 020 Diabetikern. Sie untersucht, wie Diabetes-Patienten in Deutschland versorgt werden und welche Therapieformen am günstigsten für die Blutzuckerwerte sind. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass die generell gute Versorgung der Patienten durch einen frühen Beginn der Insulintherapie verbessert werden könnte. Ott und ihre Kollegen führen die schlechten Ergebnisse der Kombinationstherapie darauf zurück, dass Ärzte den Beginn hinauszögern oder zu einer einmaligen Insulin-Injektion am Abend raten.
Postprandiale Blutzuckerspitzen
bleiben bestehen
Diese „Bedtime-Therapie“ erzielt zwar – wenn sie mit Langzeit-Insulinen durchgeführt wird – eine über den gesamten Tag andauernde gleichbleibende Wirkung. Die kurzen, aber hohen Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten blieben jedoch bestehen, betonte Ott. Eine intensivierte konservative Insulintherapie (ICT) würde dies vermeiden. Sie setzt allerdings voraus, dass die Patienten vor jeder Mahlzeit ihren Blutzucker messen und lernen, den Bedarf abzuschätzen. Vielen Typ-2-Diabetikern ist das zu kompliziert. Für sie gibt es eine vereinfachte Form: die mahlzeitenbezogene Insulintherapie. Dabei spritzen sie nach festen Regeln vor den Mahlzeiten ein kurzwirkendes Kunstinsulin. Doch auch diese abgeschwächte Variante zur ICT wird zu selten eingesetzt. Ott sieht vor allem bei jüngeren Diabetikern Handlungsbedarf. Bei ihnen waren die Werte trotz Kombinationstherapie am schlechtesten. Dabei ist eine gute Blutzuckereinstellung bei jüngeren Patienten besonders wichtig. Sie sind wegen der langen Lebenserwartung am stärksten von den Spätfolgen des Diabetes betroffen. zyl
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