ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2007Gemeindeschwestern: Einseitige Rückblende
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Da ich mich selbst noch an die Gemeindeschwester in der Nachkriegszeit erinnere, weiß ich nicht, welcher Zweck damit verfolgt wird, die erst „seit Anfang der 50er-Jahre“ existierende staatlich angestellte Gemeindeschwester der DDR vom Typ „Agnes“ derart ins Licht der Öffentlichkeit zu zerren. (N)ostalgie? Im Nachkriegsdeutschland hat es sowohl in Ost als auch in West zahlreiche Gemeindeschwestern gegeben, deren aufopferungsvoller Arbeit wohl die öffentliche Aufmerksamkeit und die Verbreitung durch die Medien versagt blieb. Meine Tante gehörte zu ihnen. Sie arbeitete in Müden-Diekhorst, Kreis Gifhorn, seit Ende der Vierzigerjahre. Etwa 20 Jahre lang fuhr sie bis zu ihrem 65. Geburtstag (1968) mit einem Fahrrad sommers wie winters tagtäglich über die Dörfer ihres Versorgungsgebietes, um dort, nach Absprache mit dem ortsansässigen Landarzt, die schwer pflegebedürftigen, bettlägerigen oder gehunfähigen jungen und alten Einwohner zu versorgen. Auch am Wochenende, mit wenig Urlaub, – dann, wenn man eine Vertretung bekam. Sie war eine ausgebildete Krankenschwester und Angehörige eines evangelischen Westberliner Mutterhauses gewesen, ledig, mit langer Berufserfahrung; und wohl nicht weniger tüchtig als die in dem Artikel jetzt herausgestellte staatlich angestellte „Agnes“ in der DDR . . .
Dr. Wolfgang Lippky, Am Berg 40, 15234 Frankfurt
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