ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2007Semmelweis – Scanzoni: Ergänzungen zum beruflichen Werdegang
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Mit viel Interesse und sehr großer Freude habe ich den Beitrag über Semmelweis und Scanzoni gelesen. Trotz des gut recherchierten und interessant beschriebenen Verhältnisses zwischen Semmelweis und Scanzoni möchte ich ein paar Ergänzungen hinzufügen. Prof. Dietl schreibt, „ . . . die semmelweisschen Thesen wurden einfach nicht mehr wahrgenommen. Zwischen den Jahren 1850 und 1861 erschien keine einzige Publikation, die Partei für Semmelweis ergriff.“ Dazu möchte ich anmerken, dass Semmelweis nach langem aussichtslosem Kampf mit dem konservativen und ignoranten Prof. Klein in Wien im Oktober 1850 in seine Heimatstadt Budapest zurückgekehrt ist. Er übernahm 1850 die Leitung der gynäkologischen Abteilung des St.-Rochus(Rokus)-Krankenhauses in Budapest und anschließend 1855 den Lehrstuhl an der Universität in Budapest, wo die Sterblichkeit durch das Wochenbettfieber dank der Arbeit von Semmelweis um ein Prozent lag. Die semmelweisschen Thesen wurden nur in Deutschland aus Ignoranz vonseiten Scanzonis, Virchows und anderer deutschsprachiger Koryphäen nicht wahrgenommen. Zitat von Semmelweis aus dem Brief von 1860 an die ungarische Akademie der Wissenschaften: „Nach der Rückkehr in meine Heimat teilte ich meine Erfahrungen und meine Theorie über das Wochenbettfieber den ungarischen Kollegen in dem Ungarischen medizinischen Wochenblatt mit. Während jedoch meine Lehre daheim nicht auf Gegner stieß, war sie in Deutschland Angriffen und Verzerrungen von mehreren Seiten ausgesetzt.“ . . .
Dr. Akos Varszegi, Hallerstraße 25, 20156 Hamburg
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