ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2007Keine Antibiotika bei akutem eitrigem Schnupfen

MEDIZIN: Referiert

Keine Antibiotika bei akutem eitrigem Schnupfen

Dtsch Arztebl 2007; 104(1-2): A-39 / B-37 / C-35

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LNSLNS Die frühzeitige Antibiotikagabe ist bei eitrigem Schnupfen eine häufig getroffene Entscheidung. Eine Metaanalyse untersuchte die dazu existierenden placebokontrollierten Studien über die Effektivität und kam zu dem Ergebnis, dass diese Empfehlung kritisch hinterfragt werden muss. Die neuseeländischen Autoren werteten sieben Doppelblindstudien aus, bei denen Antibiotika über fünf bis acht Tage gegeben wurden. Sieben bis 15 Patienten mit einer akuten eitrigen Rhinitis müssen antibiotisch behandelt werden (NNT), damit einer schneller gesund wird als unter Placebo. Unerwünschte Wirkungen sind dabei bei einem von zwölf bis einem von 78 Patienten in Kauf zu nehmen (NNH), meist vonseiten des Verdauungstraktes. Die Autoren empfehlen deshalb, bei eitrigem Schnupfen zumindest in den ersten Tagen auf die Gabe von Antibiotika zu verzichten und nur dann Antibiotika zu verabreichen, wenn die Beschwerden anhalten oder der Patient dies wünscht. w

Arroll B, Kenealy T: Are antibiotics effective for acute purulent rhinitis? Systematic review and meta analysis of placebo-controlled randomized trials. BMJ 2006; 333: 279. Prof. Dr. B. Arroll, Department of General Practice and Primary Health Care, University of Auckland, Private Bag 92019, Auckland, New Zealand. E-Mail: b.arroll@auckland.ac.uz

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