ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2007Bildschirmarbeitsplätze – eine arbeitsmedizinische Bewertung: Dynamisches Sitzen

MEDIZIN: Diskussion

Bildschirmarbeitsplätze – eine arbeitsmedizinische Bewertung: Dynamisches Sitzen

Dtsch Arztebl 2007; 104(1-2): A-44 / B-42 / C-40

Kamp, Heinz; Sturm, Stefan

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LNSLNS Der Autor schreibt, Beschwerden am Bewegungsapparat und speziell im Bereich der Lendenwirbelsäule könnten oftmals nicht allein auf sitzende Tätigkeiten zurückgeführt beziehungsweise mit ergonomisch unzureichend gestalteten Arbeitsplätzen erklärt werden. Ihm ist zuzustimmen, dass diese multikausal bedingt sind. Dies bedeutet aber auch, dass bei der Prävention solcher Beschwerden, die nicht selten zu erheblichen Fehlzeiten führen, ebenso multikausal entgegengewirkt werden sollte.
Ein solcher Ansatz ist der Einsatz von Arbeitsstühlen, die Bewegungen während der Tätigkeit am Schreibtisch nicht nur zulassen sondern darüber hinaus sogar unbewusst induzieren. Jeder Arbeitsstuhl, der den Bildschirmarbeiter in eine bewegungsarme Sitzzwangshaltung zwingt, ist ein Faktor, der in die falsche Richtung wirkt („Einstellen führt zu Stillstand“).
Wir haben in einem industriellen Großbetrieb in den letzten Jahren sehr positive Erfahrungen mit einem Bürostuhl gemacht, der über eine beweglich angebrachte Sitzfläche Wippbewegungen im Sinne einer Lenden-Becken-Hüftgymnastik induziert und damit zu einem sogenannten „Balanceschaukeln“ führt („Beweglichkeit verführt zur Bewegung“).
In Verbindung mit einer nicht arretierten und in der Federkraft weich eingestellten Rückenlehne, in die ein Luftkissen eingebaut ist, bewirkt dieser Stuhl ein erhebliches Maß an Bewegungen, das von den meisten Nutzern nach einer kurzen Eingewöhnungszeit als sehr positiv empfunden wird. Bei Personen, die unter chronischen Wirbelsäulenbeschwerden leiden, konnte hierdurch auch eine Linderung der Beschwerden erreicht werden. Diese Vorteile sind inzwischen auch in Messwarten und Leitständen nutzbar.

Dr. med. Heinz Kamp
Oscar-Gans-Straße 4
41540 Dormagen

Dr. med. Stefan Sturm
Josef-Brocker-Dyk 48
47803 Krefeld

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committe of Medical Journal Editors besteht.

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