ArchivDeutsches Ärzteblatt10/1997Autofluoreszenz-Bronchoskopie: Bronchialkarzinom jetzt früher erkennbar

POLITIK: Medizinreport

Autofluoreszenz-Bronchoskopie: Bronchialkarzinom jetzt früher erkennbar

Becher, Franziska

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LNSLNS Ein neues Diagnoseverfahren, die Autofluoreszenz-Bronchoskopie, ermöglicht die Früherkennung von Lungentumoren, die mit konventionellen Methoden bisher nicht diagnostiziert werden konnten. Insbesondere das kleinzellige Bronchialkarzinom, welches sich unterhalb der Schleimhaut entwickelt, konnte im Frühstadium weder bronchoskopisch noch durch Fluoreszenzverfahren erfaßt werden.
Die Wirkungsweise des "Lung Imaging Fluorescence Endoscope" (LIFE) stellt eine Kombination von Bronchoskopie und Autofluoreszenzmessung mit computergesteuerter Auswertung dar. Es basiert auf dem Prinzip der Autofluoreszenz, bei dem keine exogen zugeführten Fluorphore wie zum Beispiel bei photodynamischen Verfahren benötigt werden.
Die Autofluoreszenz ist die natürliche Gewebsantwort auf Lichteinfall: Weil jede Gewebsart ihre eigene Fluoreszenzantwort hat, fluoresziert kanzeröses Gewebe anders als gesundes. Die autofluoreszierenden Eigenschaften befinden sich in der Submucosa I, unmittelbar unterhalb des Schleimhautepithels. Bei der Umwandlung von gesundem in kanzerogenes Gewebe verdichtet sich die Zellstruktur der Epithelschicht. Dadurch kommt es zu einer Minderung der einfallenden und reflektierten Lichtsignale und somit zu einer verminderten Autofluoreszenz. Mit LIFE werden bei liegendem Bronchoskop nur Lichtquelle und Kamera gewechselt, wodurch die Untersuchung sich um etwa zehn bis 15 Minuten verlängert. Die Bildgebung erfolgt in Echtzeit. Da die natürliche Autofluoreszenz schwach und vom menschlichen Auge nicht wahrnehmbar ist, erlaubt eine XillixSpezialkamera mit ihrer 30 000fachen Verstärkung dagegen die Aufnahme dieser Strahlung. Über ein Olympus-Bronchoskop wird das Bronchialgewebe mit monochromblauem Licht bestrahlt (Wellenlänge gleich 442 mn) und zum Fluoreszieren angeregt. Diese Fluoreszenz wird am Okular des Bronchoskops von der Kamera aufgenommen. Die anschließende Darstellung auf einem Computermonitor erlaubt die Unterscheidung von gesundem (grün) und krankhaft verändertem (rot-braun) Gewebe.
Um eine sichere Frühdiagnose zu stellen, wechselt der Arzt während einer Routine-Untersuchung bei gelegtem Endoskop lediglich die Lichtquelle und die Kamera am Okular. Olympus Optical Co. hat in Lizenz des kanadischen Unternehmens Xillix Technologies Corp. den weltweiten Vertrieb des LIFE Bildgebungsverfahrens übernommen. Franziska Becher

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