ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2007Berufsständische versorgungswerke: Die Beitragseinnahmen drohen zu stagnieren

WIRTSCHAFT

Berufsständische versorgungswerke: Die Beitragseinnahmen drohen zu stagnieren

Dtsch Arztebl 2007; 104(1-2): A-63 / B-61

Flintrop, Jens

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LNSLNS Die Alters- und Berufsunfähigkeitsrenten stiegen im Jahr 2005 um durchschnittlich 1,55 Prozent. Der Durchschnittsbeitrag erhöhte sich um 0,51 Prozent.

Die berufsständischen Versorgungswerke rechnen mittelfristig mit einer eher stagnierenden Entwicklung der Beiträge. Ausschlaggebend für diese pessimistische Einschätzung ist vor allem die zunehmend angespannte Ertragslage vieler Heilberufler. Infolge der von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten aktuellen Gesundheitsreform werde sich die Situation für diese Gruppe weiter verschärfen, befürchtet Michael Jung, der Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen e.V. (ABV) mit Sitz in Köln.
Nach ABV-Angaben stieg der monatliche Durchschnittsbeitrag je Mitglied im Jahr 2005 mit 719,22 Euro um 0,51 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2004: 715,58 Euro). Die Vermögensanlagen der berufsständischen Versorgungswerke beliefen sich 2005 auf rund 103 Milliarden Euro (2004: 89,2 Milliarden Euro). Daraus wurden Erträge in Höhe von 4,9 Milliarden Euro erwirtschaftet, was einer Durchschnittsverzinsung von 5,17 Prozent entspricht (2004: 5,28 Prozent). Jung wertete diese Verzinsung vor dem Hintergrund des anhaltenden niedrigen Zinsniveaus als „zufriedenstellendes Ergebnis“.
Konservative Anlage des Deckungsvermögens
Das Deckungsvermögen der berufsständischen Versorgungswerke verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Anlagearten: 20,72 Prozent sind in festverzinslichen Wertpapieren investiert (2004: 21,87 Prozent), 17 Prozent in Aktien (2004: 14,96 Prozent), 8,76 Prozent in Immobilien (2004: 9,36 Prozent), 4,02 Prozent in Hypotheken/Grundschuldverschreibungen (2004: 4,32 Prozent), 47,36 Prozent in Schuldscheindarlehen/Namensschuldverschreibungen (2004: 47,51 Prozent), 0,9 Prozent am Geldmarkt (2004: 1,46 Prozent) und 1,23 Prozent in sonstige Anlagen (2004: 0,51 Prozent).
1935 Euro monatliche
Durchschnittsrente
Erfreulich ist nach Jungs Darstellung die Entwicklung bei den Renten. Hier gebe es eine moderate Steigerung, betont der ABV-Hauptgeschäftsführer. So habe sich die durchschnittliche monatliche Altersrente der berufsständischen Versorgungseinrichtungen im Jahr 2005 auf 1 935,12 Euro erhöht, was gegenüber dem Vorjahr (1 905,66 Euro) eine Zunahme von 1,55 Prozent bedeute.
Deutlich angestiegen ist die Zahl der Versorgungsempfänger in den berufsständischen Versorgungswerken: Sie erhöhte sich um 14,51 Prozent auf 144 549 (2004: 126 234). Die Mitgliederzahl der Versorgungseinrichtungen stieg auf 712 786 und erhöhte sich somit um 3,77 Prozent (2004: 686 920). 45,41 Prozent der ABV-Mitglieder sind inzwischen Ärzte, 9,19 Prozent Zahnärzte, 3,15 Prozent Tierärzte, 8,52 Prozent Apotheker, 12,08 Prozent Architekten, und 21,66 Prozent gehören rechts- und steuerberatenden Berufen an.
Jens Flintrop
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