ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2007Volkskrankheit Depression: Bürger fühlen sich gut informiert

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Volkskrankheit Depression: Bürger fühlen sich gut informiert

PP 6, Ausgabe Januar 2007, Seite 5

Bühring, Petra

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LNSLNS Lange Zeit galten Depressionen in der Öffentlichkeit als Tabu. Dies scheint sich geändert zu haben.
Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK), für die 1 005 Erwachsene befragt wurden, ergab: 60 Prozent der Deutschen fühlen sich generell sehr gut oder gut über das Thema Depression informiert. 40 Prozent haben sich bereits selbst schon einmal über die Volkskrankheit informiert, weil jemand aus dem persönlichen Umfeld betroffen war (49 Prozent) oder weil sie selbst betroffen waren (27 Prozent).
67 Prozent der Befragten glauben, dass sie eine Depression bei sich oder einem anderen erkennen würden. Gleichzeitig konnten jedoch nur deutlich weniger Befragte wichtige Symptome wie gedrückte, traurige Grundstimmung (44 Prozent), Verlust von Interesse und Freude (37 Prozent) und verminderter Antrieb/Energieverlust (30 Prozent) nennen. „Obwohl sich die Befragten subjektiv gut informiert fühlen, scheint es hier noch Informationsbedarf über die genauen Merkmale einer Depression zu geben“, sagt Prof. Dr. med. Martin Härter von der Universität Freiburg.
Therapie-Optionen waren den Befragten bekannt, zum Beispiel ärztliche Behandlung (83 Prozent) oder Psychotherapie (68 Prozent). Mehr als ein Drittel der Befragten stimmte allerdings dem Vorurteil zu, dass den Patienten „sich zusammenreißen“ helfe, wieder gesund zu werden. Zwei von drei Befragten gaben an, dass sie sich zunächst an ihren Arzt oder Hausarzt wenden würden, falls sie einmal den Verdacht haben sollten, selbst depressiv zu sein. Die TK will Hausärzte künftig stärker in ihre integrierten Versorgungsprojekte zur Depression einbinden. PB
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