ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2007Internetrecherche zu Körpertherapien: Breites Spektrum an Methoden

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Internetrecherche zu Körpertherapien: Breites Spektrum an Methoden

PP 6, Ausgabe Januar 2007, Seite 40

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LNSLNS Informationen zu Fortbildungsangeboten über Körpertherapien für Psychotherapeuten sowie verständliche Erläuterungen der diversen Methoden für Patienten findet man im Netz.

Körpertherapien im Bereich der Psychotherapie umfassen ein breites Spektrum von Methoden und Verfahren: Bioenergetik, funktionelle Entspannungsverfahren, konzentrative Bewegungstherapie, Feldenkrais-Methode und Rolfing sind einige Beispiele (Müller-Braunschweig, 1996). Im Internet findet man diesbezüglich eine Reihe von Fort- und Weiterbildungsangeboten für interessierte Psychotherapeuten. Für Laien werden die Verfahren gut verständlich erläutert und verschiedene Suchmasken angeboten, um entsprechend ausgebildete Fachleute am Wohnort zu finden.
Informationen für Fachleute
Als erste Anlaufstelle dient die European Association for Bodypsychotherapy (EABP) (www.eabp.org). Sie wurde 1987 in Davos als Vereinigung der Körperpsychotherapeuten Europas gegründet. Neben Informationen zu Forschungsprojekten können auch Webseiten von Mitgliedern aufgerufen werden.
Die Deutsche Gesellschaft für Körperpsychotherapie e.V. (DGK) (www.dvp-ev.de) ist die deutsche Sektion des EABP. Sie verfügt unter anderem über eine Literaturliste mit Publikationen von DGK-Mitgliedern. Eine bundesweite Erfassung von Körperpsychotherapeuten, gegliedert nach Bundesländern, erleichtert die Suche nach lokalen Behandlern.
Die Gesellschaft für Tiefenpsychologische Körpertherapie Berufsverband e.V. (GTK) (www.gtk-online.de) erklärt die theoretischen Grundlagen ihres Ansatzes und informiert über Fortbildungsangebote und Literatur. Einige Schriften, aber auch Videos, kann man auch kosten-pflichtig über die GTK erhalten.
www.gtk-online.de
www.gtk-online.de
Zudem verfügt die Seite über eine Therapeutensuchmaske.
Das Lübecker Institut für Tiefenpsychologische Körpertherapie (www.koerpertherapie-luebeck.de) bereitet seine Hinweise für Therapeuten und Klienten auf. Für Betroffene werden unter anderem die Einzeltherapie, Gruppentherapie und die Feldenkrais-Methode erläutert. Fachleute können sich über die Ausbildung, Supervision, Coaching, Fortbildung und Vorträge sowie speziell über die tiefenpsychologische Körpertherapie in Gruppen informieren.
„Körpertherapie Hamburg“ (www. koerpertherapie-hamburg.de), von zwei ausgebildeten Therapeuten initiiert, arbeitet ebenfalls mit dem tiefenpsychologischen Ansatz der Körpertherapie. Sie schildern, warum man diesen Ansatz nutzen sollte, und stellen Hintergrundinformationen dar.
Beim Körpertherapie-Netzwerk.
de (www.koerpertherapie-netzwerk.de) können Mitglieder die Seite aktiv mitgestalten, zum Beispiel durch Veröffentlichung von Fachartikeln und Forumsdiskussion. Geplant ist zudem ein Blog. Beim Institut für Körperpsychotherapie (IFK) Berlin (www.institut-koerper-psychothera pie.de) besteht die Möglichkeit, eine einjährige Fortbildung in körperorientierter Psychotherapie zu absolvieren, die durch die Psychotherapeutenkammer Berlin zertifiziert ist. Zudem ist der Artikel „Körperpsychotherapie bei narzisstischen Selbstwertkrisen“ von Manfred Thielen online abrufbar.
Die Gesellschaft für Biodynamische Psychologie/Körperpsychotherapie GBP e.V. (www.berufsver band-biodynamik.de) stellt neben der Erläuterung des Ansatzes auch die Ethikrichtlinien der GBP als PDF-Datei zur Verfügung. Termine von Veranstaltungen der GBP-Mitglieder können eingesehen werden, und man kann sich in einem Forum ausgetauschen. Darüber hinaus können sich Interessierte Homepages von Mitgliedern des Vereins ansehen, die sich Fachleute kostenpflichtig von der GBP erstellen lassen können.
Die Europäische Schule für Biodynamische Psychologie (E.S.B.P.E. e.V.) stellt nicht nur Methode, Aus-, Fort- und Weiterbildung vor, sondern thematisiert auch „Biorelease“, eine körperorientierte Technik, die Massage nutzt sowie das sogenannte „Alpha Nursing“ , eine postnatale Betreuungsform bei Säuglingen. Die Schule verfügt zudem über eine Liste von regionalen Therapeuten, die auf Anfrage zugesendet wird (www.biodynamik.de).
Das Institut für Strukturelle Körpertherapie erläutert seine Tätigkeit unter www.strukturellekoerpertherapie.de. Auf der Seite können Interessenten sich mit Schlagworten wie „10 Sitzungssystem“, „Das Bindegewebe als Organ“ oder „Emotionale Aufrichtung“ über den Ansatz aufklären. Zudem kann man sich unter „Qualitätsstandards“ über die Zertifizierungsrichtlinien und ethischen Prinzipien informieren. Eine Therapeutensuche erweitert das Angebot.
Bei der Europäischen Gesellschaft für Bioenergetik Extrasens e.V. (www.biomez.de) kann die vierteljährlich erscheinende Vereinszeitschrift Extrasense abonniert werden. Einige Artikel stehen exemplarisch zum Lesen online. Ein Newsletter führt regelmäßig Neuerungen und Termine auf.
Der Deutsche Verband für Bioenergetische Analyse (DVBA) (www. dvba.de) verfügt über eine umfangreiche Liste von deutschsprachiger Literatur über die bioenergetische Analyse; zudem wird auf weitere Anlaufstellen im Netz hingewiesen, so unter anderem auf die European Federation for Bioenergetic Analysis – Psychotherapy (www.bioenergeticanalysis.net).
Die Arbeitsgemeinschaft Funktionelle Entspannung leistet Aufklärung in Deutsch und Englisch. Informationen sind zu Theorie und Praxis aufbereitet. Hinweise zu Infoveranstaltungen, regionalen Lehrbeauftragten und das Curriculum der Weiterbildung werden ebenso berücksichtigt wie Literaturhinweise zu Büchern oder dem einmal jährlich erscheinenden Theorieheft „Beiträge zu Theorie und Praxis“ der Arbeitsgemeinschaft. Abgerundet wird das Angebot durch eine Aufzählung von Kliniken, die die funktionelle Entspannung einsetzen (www.afe-deutschland.de).
Der Deutsche Arbeitskreis für Konzentrative Bewegungstherapie e.V. (DAKTB) (www.dakbt.de) bietet eine berufsbegleitende Weiterbildung mit Zertifikatsabschluss in KBT sowie eine berufs- und arbeitsfeldbegleitende Fortbildung an. Der Verein gibt Einblicke in seine Forschungstätigkeiten; Fachbeiträge können durch einen Mitglieder-Log-in einsehen werden. Zudem gibt es Kontakte zu ambulanten und stationären Therapieeinrichtungen sowie zu regionalen Arbeitskreisen. Auch der Österreichische Arbeitskreis für Konzentrative Bewegungstherapie (ÖÄKTB) (www.kbt.at) leistet Aufklärung rund um den Ansatz, listet Indikationsschwerpunkte und Anwendungsbereiche auf und verweist auf Therapeuten im eigenen Land.
Der Feldenkrais-Verband Deutschland e.V. (www.feldenkrais.de) erläutert auf seiner Homepage die Methode und den Anwendungsbereich, wobei nach „Kindern und Jugendlichen“, „am Arbeitplatz“, „mit Senioren“, „im Sport“, „im Gesundheitsbereich“ und „in der Kunst“ unterschieden wird. Links zu internationalen Verbänden und ein umfangreiches Adressenverzeichnis ermöglichen eine weiterführende Recherche.
Der Schweizerische Feldenkrais-Verband (SFV) (www.feldenkrais.ch/2002/Uebersicht-D/ Uebersicht-D-FS.htm) bereitet seine Seite dreisprachig auf (Deutsch, Französisch, Italienisch). Die Literaturtipps enthalten Bibliografien, Artikel, Kassetten und CDs. Das Academy Feldenkrais Research Journal (www.iffresearchjournal. org) bietet zum Teil seine Beiträge kostenlos im Volltext zur Rezeption an.
Die European Rolfing Association (www.rolfing.org) informiert in neun Sprachen beziehungsweise landesspezifisch über die Methode, das Training und Veranstaltungen und stellt eine bundesweite, aber auch europaweite Therapeutensuchmaske zur Verfügung.
www.rolfing.org
www.rolfing.org
Das Rolf-Institut of structural Integration stellt Literaturquellen zur Forschung zusammen (www.rolf.org).
Informationen für Betroffene
Wikipedia, die bekannteste Online-Enzyklopädie, greift auch das Stichwort „Körpertherapie“ auf (http:// de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6rpertherapie) und informiert über verschiedene Methoden. So werden unter anderem Akupunkturmassagen, Feldenkrais und Rolfing aufgegriffen. Auch körperorientierte psychotherapeutische Schulen, wie zum Beispiel Biodynamik nach Gerda Boyesen und Bioenergetik nach Alexander Lowen, werden erklärt.
Praxis-info.ch (www.praxis-info.ch/k-psychotherapie.htm) bietet zunächst eine knappe Erklärung zur Körperpsychotherapie allgemein, dann werden die vom schweizerischen EABP zugelassenen Ansätze näher erläutert. Darunter fallen unter anderem die biodynamische Psychologie und Körperarbeit, die Bioenergetik, die Biosynthese, die integrative Körperpsychotherapie, die klientenzentrierte Gesprächs- und Körperpsychotherapie und die körperzentrierte Psychotherapie. Interessierte können hier nach Praxen in Deutschland, Österreich und der Schweiz recherchieren. Suchmasken für Recherche nach tiefenpsychologisch fundierten Körpertherapeuten bieten die Dienste Therapeuten.de und Therapie.de.
Über Körpertherapien und kreative Therapien bereitet die Fachklinik Heiligenfeld Wissenswertes für interessierte Laien auf. Besonders eingegangen wird unter anderem auf die „Heilkraft der Stimme“, „Dynamische Atemarbeit“, „Therapeutisches Reiten“ oder „Sanfte Bewegung im körperwarmen Wasser“ (www.heiligenfeld.de/Deutsch/Fach klinik/Konzept/Koerpertherapie/koerpertherapie.html).
Über die bioenergetische Analyse kann man sich unter (www.eido soma.de/ugudat/html/body_koerper therapie.html) informieren. Laiengerechte Erläuterungen können auch auf den Seiten von verschiedenen spezialisierten Instituten abgerufen werden, so zum Beispiel beim Norddeutschen Institut für Bioenergetische Analyse e.V. (www.niba-ev.de) oder bei der Münchener Gesellschaft für Bioenergetische Analyse e.V. (www.psy-net.de/mgba).
Die Universität Heidelberg stellt knappe Informationen zu verschiedenen Entspannungsverfahren vor. Behandelt werden hier neben der funktionellen Entspannung auch die Progressive Relaxation nach Jacobson oder das Biofeedback (www. funktional.uni-hd.de/pdf/patinfo_ entspann.pdf).
Über den Ansatz der konzentrativen Bewegungstherapie informiert zum Beispiel die Klinik für allgemeine Psychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg (www.klini kum.uni-heidelberg.de/Konzentrati ve-Bewegungstherapie.2018.0.html) oder die AOK (https://www.aok.de/ bund/rd/136195.htm).
Zur Feldenkrais-Methode bereitet Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Feldenkrais-Methode) allgemein verständliche Informationen zur Methode, den Varianten und zum Kontext dieser Vorgehensweise auf. Unter www.meine-gesundheit. de/217.0.html gibt es weitere Informationen beispielsweise zur Entstehungsgeschichte und Philosophie sowie zu den Nebenwirkungen.
Das Gesundheitsportal Medizinfo informiert über Rolfing (www.medizinfo.de/alternative/techniken/rolfing.htm) und über im Netz vertretene Praxen. So wird zum Beispiel unter (www.rolfing-praxis.de) die Begründerin Dr. Ida Rolf vorgestellt und die Kombinationen von Rolfing und Bewegung, Sport, Tanz, Musik, Schauspiel, Körpersprache sowie Rolfing und Trauma-Arbeit ausführlich erläutert.


Literatur
Müller-Braunschweig H: Körperorientierte Psychotherapie. In: Adler RH, Herrmann JM, Köhle K, Schonecke O-W, Uexküll TH v., Wesiack W, Psychosomatische Medizin (5. Aufl.), München: Urban & Schwarzenberg 1996: 464–76.

Anschrift der Verfasser
Dr. Christiane Eichenberg, Kareen Portz,
Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Universität zu Köln, Höninger Weg 115,
50969 Köln, E-Mail: eichenberg@uni-koeln.de,
Internet: www.christianeeichenberg.de
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