ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2007Heroinbehandlung: Signal aus den Niederlanden

AKTUELL

Heroinbehandlung: Signal aus den Niederlanden

Dtsch Arztebl 2007; 104(3): A-81 / B-77 / C-73

Bühring, Petra

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Foto: Joker In hochgesicherten Drogenambulanzen werden die Patienten des Modellprojekts behandelt.
Foto: Joker In hochgesicherten Drogenambulanzen werden die Patienten des Modellprojekts behandelt.
Die Niederlande haben nach der Schweiz als zweites Land in Europa Heroin als Medikament (Diamorphin) zur Behandlung von Schwerst-opiatabhängigen zugelassen. „Die Niederlande haben die richtige Schlussfolgerung aus ihrem Modellprojekt gezogen“, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, die sich auch in Deutschland weiter für die Übernahme der Heroinbehandlung in die Regelversorgung einsetzen will. Die Ergebnisse im deutschen Modellprojekt hatten für Schwerstopiatabhängige eine deutliche Überlegenheit der diamorphingestützten Therapie gegenüber der Methadonbehandlung gezeigt (DÄ, Heft 46/ 2006 „Die letzte Chance“). Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe, Wissenschaftler, Gesundheitsökonomen und die Bundes­ärzte­kammer halten die Überführung in die Regelversorgung für sinnvoll.
Die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag verweigerte indes ihre Zustimmung zu einer Gesetzesinitiative der Bundesregierung, die notwendig für die Zulassung von Diamorphin ist. Kritiker vermuten dafür „ideologische Gründe“. Die Koalitionsspitzen sprachen sich in der Folge gegen eine Überführung in die Regelversorgung aus. Die sieben Kommunen des Modellprojekts sprachen sich für eine Fortführung der Diamorphinbehandlung aus, die noch bis zum 30. Juni gesichert ist. Die Kommunen wollen sich Anfang Februar noch einmal zu einem „Krisengipfel“ treffen. Das Blatt wenden könnte eine Bundesratsinitiative. Aufgrund der Dominanz der unionsgeführten Länder sind die Chancen jedoch gering. PB
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema