ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2007Bürokratie: Die andere Wahrheit
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Der dem MDK angehörende Autor legt ein selbstgefälliges und grundlegend falsches Selbstverständnis über das Wesen seiner Tätigkeit als ärztlicher Gutachter des MDK offen . . . Die in dem Artikel dargelegte Argumentation hört man allenthalben von Ärzten des MDK: Der Gutachter muss „immer mehr Einzelfälle“ begutachten, er sei eben gezwungen, sich auf die Auswertung der verfügbaren Informationen „nach Aktenlage“ zu beschränken. Im zweiten Schritt werden die solcherart herbeigeführten Gutachten-Ergebnisse selbstsicher als objektive Wahrheiten verkauft, nicht ohne Empörung darüber zu äußern, wie oft die ärztlichen Berichte der behandelnden Kolleginnen und Kollegen für die so betriebene Gutachterei doch „wenig hilfreich“ seien und „zu wünschen übrig lassen“. Die sozialmedizinische Begutachtung könne nicht mehr „wie in früheren Jahrzehnten“ auf der Grundlage körperlicher Untersuchungen durch die medizinischen Dienste selbst erfolgen, weil der Personalstand des MDK dies nicht mehr zulasse. Wem der persönliche Kontakt zum Patienten und die körperliche Untersuchung des Kranken allzu viel Unbehagen verursacht, wem diese grundlegende ärztliche Tätigkeit nur mehr als antikes Relikt vergangener Zeiten erscheint, der möge folgerichtig auch seine ehedem dem hippokratischen Eid verpflichtete Berufsauffassung auf den Müllhaufen der Geschichte werfen. Es gibt eine andere Wahrheit: Aufgabe des behandelnden Arztes ist die Behandlung des Kranken. Genuine Aufgabe des MDK-Gutachters ist die mit Sorgfalt und nach bestem Wissen und Gewissen ausgeführte Begutachtung. Diese Verantwortung ist nicht ersetzbar und nicht delegierbar . . .
Dr. med. Gerhard Winten, Medizinische Klinik I,
Klinikum Offenbach GmbH, Starkenburgring 66, 63069 Offenbach
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