MEDIEN

Krankenhaus-Report 2006. Schwerpunkt: Krankenhausmarkt im Umbruch

Dtsch Arztebl 2007; 104(3): A-113 / B-104 / C-100

Klauber, Jürgen; Robra, Bernt-Peter; Schellschmidt, Henner

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Krankenhaus-Report 2006: Dokumentation des Umbruchs

Der diesjährige Krankenhaus-Report widmet sich vor allem den Veränderungen im Krankenhausmarkt unter dem Einfluss der DRGs (Diagnosis Related Groups). Dieser Schwerpunkt ist richtig gewählt. Denn 2005 war das erste Jahr, in dem die Krankenhausbudgets stufenweise an einen landesweiten Basisfallwert angepasst wurden (Konvergenzphase). Welche Krankenhäuser von dieser Anpassung profitieren, weil ihre Budgets steigen, und welche Krankenhäuser bisher zu den Konvergenzverlierern zählen, zeigen eindrucksvoll die Statistiken der „Krankenhaus-Directory“ (mit Werten von 1 652 Krankenhäusern) im Schlusskapitel.
Demnach gibt es mehr Konvergenzgewinner (53 Prozent) als -verlierer. Für fast die Hälfte der Konvergenzverlierer (49 Prozent) wurde das Budget wegen der Kappungsgrenzen aber nur eingeschränkt gesenkt. Insbesondere Krankenhäuser mit weniger als 500 Betten gehörten zu den Konvergenzgewinnern. Mit Blick auf die Träger haben freigemeinnützige Kliniken von der Konvergenz profitiert. Tendenziell am meisten durch die Budgetanpassung verloren haben öffentliche Krankenhäuser. Kliniken im ländlichen Raum gehörten eher zu den Konvergenzgewinnern.
Die Konvergenzphase endet im Jahr 2008. Für die Zeit danach sieht der Gesetzgeber eine umfassende Neuregelung des Krankenhausmarktes vor. Der Report zeigt auf, welche Fragen bis dahin beantwortet werden müssen. So verlangen knappe Mittel und steigender Kostendruck von den Krankenhäusern Spezialisierung und Konzentration. Wie kann der daraus resultierende Zielkonflikt zwischen der Sicherstellung einer angemessenen flächendeckenden Krankenhausversorgung und der wirtschaftlichen Leistungserbringung gelöst werden? Ist die Krankenhausplanung noch zeitgemäß oder können etwaige Versorgungslücken durch finanzielle Anreize geschlossen werden? Und ist die duale Krankenhausfinanzierung noch tragbar, wenn die Länder ihrer Investitionsverpflichtung nicht mehr nachkommen?
Wie der Ordnungsrahmen für die Krankenhäuser ab 2009 aussehen soll, werden die Ge­sund­heits­mi­nis­ter der Länder am 8. März 2007 beraten. Nicht nur den Teilnehmern dieser Sonder-Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz ist die Lektüre des Krankenhaus-Reports 2006 (insbesondere der Kapitel fünf bis acht) sehr zu empfehlen.
Jens Flintrop

Jürgen Klauber, Bernt-Peter Robra, Henner Schellschmidt (Hrsg.): Krankenhaus-Report 2006. Schwerpunkt: Krankenhausmarkt im Umbruch. Schattauer, Stuttgart, 2007, 464 Seiten, mit CD-ROM, kartoniert, 49,95 Krankenhaus-report 2006
Dokumentation
des Umbruchs
Der diesjährige Krankenhaus-Report widmet sich vor allem den Veränderungen im Krankenhausmarkt unter dem Einfluss der DRGs (Diagnosis Related Groups). Dieser Schwerpunkt ist richtig gewählt. Denn 2005 war das erste Jahr, in dem die Krankenhausbudgets stufenweise an einen landesweiten Basisfallwert angepasst wurden (Konvergenzphase). Welche Krankenhäuser von dieser Anpassung profitieren, weil ihre Budgets steigen, und welche Krankenhäuser bisher zu den Konvergenzverlierern zählen, zeigen eindrucksvoll die Statistiken der „Krankenhaus-Directory“ (mit Werten von 1 652 Krankenhäusern) im Schlusskapitel.
Demnach gibt es mehr Konvergenzgewinner (53 Prozent) als -verlierer. Für fast die Hälfte der Konvergenzverlierer (49 Prozent) wurde das Budget wegen der Kappungsgrenzen aber nur eingeschränkt gesenkt. Insbesondere Krankenhäuser mit weniger als 500 Betten gehörten zu den Konvergenzgewinnern. Mit Blick auf die Träger haben freigemeinnützige Kliniken von der Konvergenz profitiert. Tendenziell am meisten durch die Budgetanpassung verloren haben öffentliche Krankenhäuser. Kliniken im ländlichen Raum gehörten eher zu den Konvergenzgewinnern.
Die Konvergenzphase endet im Jahr 2008. Für die Zeit danach sieht der Gesetzgeber eine umfassende Neuregelung des Krankenhausmarktes vor. Der Report zeigt auf, welche Fragen bis dahin beantwortet werden müssen. So verlangen knappe Mittel und steigender Kostendruck von den Krankenhäusern Spezialisierung und Konzentration. Wie kann der daraus resultierende Zielkonflikt zwischen der Sicherstellung einer angemessenen flächendeckenden Krankenhausversorgung und der wirtschaftlichen Leistungs-
erbringung gelöst werden? Ist die Krankenhausplanung noch zeitgemäß oder können etwaige Versorgungslücken durch finanzielle Anreize geschlossen werden? Und ist die duale Krankenhausfinanzierung noch tragbar, wenn die Länder ihrer Investitionsverpflichtung nicht mehr nachkommen?
Wie der Ordnungsrahmen für die Krankenhäuser ab 2009 aussehen soll, werden die Ge­sund­heits­mi­nis­ter der Länder am 8. März 2007 beraten. Nicht nur den Teilnehmern die-
ser Sonder-Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz ist die Lektüre des Krankenhaus-Reports 2006 (insbesondere der Kapitel fünf bis acht) sehr zu empfehlen.
Jens Flintrop

Jürgen Klauber, Bernt-Peter Robra, Henner Schellschmidt (Hrsg.): Krankenhaus-Report 2006. Schwerpunkt: Krankenhausmarkt im Umbruch. Schattauer, Stuttgart, 2007, 464 Seiten, mit CD-ROM, kartoniert, 49,95 €
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