ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2007Verletzungen beim Fußball: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Verletzungen beim Fußball: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2007; 104(3): A-131 / B-121 / C-117

Imhoff, Andreas B.; Rose, Tim

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Ergänzung ist durchaus berechtigt. Auch Fälle bezüglich möglicher Schädel-Hirn-Traumata in Verbindung mit erfolgten Kopfbällen beim Fußball sind bekannt und man misst diesen die entsprechende Bedeutung, gerade im Langzeitverlauf zu.
Leider war es den Autoren aufgrund des vorgegebenen begrenzten Umfanges des Artikels nicht möglich, auf alle möglichen Verletzungen im Fußball einzugehen, ohne dabei der einzelnen Erscheinungsform entsprechend Rechnung zu tragen. Somit haben sich die Autoren auf die am häufigsten vorkommenden Verletzungsarten und ihrer Therapie und Prognose konzentriert. Insbesondere deshalb, weil sie als operativ tätige Sportorthopäden und -unfallchirurgen für die genannten Verletzungen die größte Erfahrung aufweisen können. So sind zum Beispiel akute und chronische Verletzungen an der Wirbelsäule zwar beim Fußball bekannt, aber selten (1). Ebenso ist die Verletzungshäufigkeit an den oberen Extremitäten (Schulter, Ellenbogen und Handgelenk) wesentlich geringer als an der unteren Extremität und daher nicht unbedingt typisch für die Fußballverletzungen und wurden daher von uns in diesem Artikel nicht erwähnt
Schwere Kopfverletzungen mit bleibenden Schäden werden beim Fußball insbesondere durch einmalige Anpralltraumata beschrieben. Auch diese sind im Vergleich zu anderen Verletzungen im Fußball selten. Inwieweit Kopfbälle in Verbindung mit dem Anstieg der von Prof. Röcker beschriebenen biochemischen Marker zu einer klinisch relevanten Schädigung des Gehirns führen, bleibt abzuwarten, insbesondere da jüngste Studien keinen Zusammenhang zwischen Kopfballhäufigkeit und neuropsychologischen Störungen finden konnten (2, 3).


Prof. Dr. med. Andreas B. Imhoff
Dr. med. habil. Tim Rose
Abteilung und Poliklinik für Sportorthopädie
Technische Universität München
Connollystraße 32, 80809 München

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Kartal A et al.: Soccer causes degenerative changes in the cervical spine. Eur Spine J 2004; 13(1): 76–82.
2.
Rutherford A et al.: Neuropsychological impairment as a consequence of football (soccer) play and football heading: preliminary analyses and report on university footballers. J Clin Exp Neuropsychol 2005; 27(3): 299–319.
3.
Straume-Naesheim TM et al.: Effects of heading exposure and previous concussions on neuropsychological performance among Norwegian elite footballers. Br J Sports Med 2005; 39 (Suppl. 1): i70–7.
1. Kartal A et al.: Soccer causes degenerative changes in the cervical spine. Eur Spine J 2004; 13(1): 76–82.
2. Rutherford A et al.: Neuropsychological impairment as a consequence of football (soccer) play and football heading: preliminary analyses and report on university footballers. J Clin Exp Neuropsychol 2005; 27(3): 299–319.
3. Straume-Naesheim TM et al.: Effects of heading exposure and previous concussions on neuropsychological performance among Norwegian elite footballers. Br J Sports Med 2005; 39 (Suppl. 1): i70–7.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige