ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2007Kulturkalender: Von göttlichen und irdischen Freuden

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Kulturkalender: Von göttlichen und irdischen Freuden

Dtsch Arztebl 2007; 104(3): A-137 / B-126 / C-122

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LNSLNS Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Foto: K 20 Kunstsammlung
Foto: K 20 Kunstsammlung
BONN
bis 9. April 2007:
Angkor – Göttliches Erbe
Kambodschas
Mit dem Namen Angkor verbinden wir geheimnisvolle Tempelanlagen im Dschungel Kambodschas, die ab dem 9. Jahrhundert n. Chr. entstanden. Darin manifestierte sich die Macht des Khmer-Reichs, das auf seinem Höhepunkt das gesamte Gebiet des heutigen Kambodscha, Süd-Vietnam und Laos sowie Teile Thailands beherrschte. Die Schau vermittelt eindrucksvoll, wie stark die Elite der Khmer von der aus dem Norden mitgebrachten hinduistischen Mythologie und den sakralen Traditionen Indiens geprägt war. Die Welt betrachtete man als ein Viereck, umgeben von Gebirgsketten – dem entsprach auch die Tempelanlage Angkor Wat als Spiegel des Kosmos.
Bundeskunsthalle, Museumsmeile, Friedrich-Ebert-Allee 4, So./Mo./Do.
9–19, Di./Mi. 9–21, Fr./Sa. 9–22 Uhr

DÜSSELDORF
3. Februar bis 28. Mai 2007:
Picasso – Malen gegen die Zeit
Aktfiguren, Liebesszenen, ungleiche Paare – diese Themen dominierten das Spätwerk Picassos. 1961 zog er sich mit seiner letzten Lebensgefährtin und Frau, Jacqueline Roque, nach Mougins zurück. Die Bilder, Zeichnungen und Klappskulpturen aus diesen Jahren geben Zeugnis von der aus Meisterschaft gewonnenen künstlerischen Freiheit.
K 20 Kunstsammlung, Grabbeplatz 5, Di.–Fr. 10–18, Sa.–So. 11–18 Uhr,
jeder 1. Mi. im Monat 10–22 Uhr

FRANKFURT
bis 11. März 2007:
Gärten – Ordnung, Inspiration, Glück
Ob Monets Blütentraum in Giverny, van Goghs melancholische Auseinandersetzung mit der Natur oder Pissarros Obstbäume – Hunderte von Gärten erblühen im Städel und vermitteln einen Eindruck von der Pracht und Opulenz, von der Kreativität und Vielfalt der von Menschenhand geschaffenen Paradiese. Über Jahrhunderte hinweg haben sie Künstler zu immer neuen Bildnissen angeregt. Mehr als 200 Leihgaben aus international bedeutenden Museen und Sammlungen demonstrieren die Mannigfaltigkeit des gemalten Gartens und seiner Bedeutungen.
Städel-Museum, Dürerstraße 2, Di. und Fr.–So. 10–18, Mi./Do. 10 –21 Uhr

KÖLN
bis 4. März 2007:
Kein Tag ohne Linie. Paul Klee
Ein weiteres Spätwerk eines Meisters des 20. Jahrhunderts: Ungefähr zeitgleich mit Picasso in Düsseldorf sind in Köln rund 200 Arbeiten auf Papier von Paul Klee zu sehen. Der Titel der Schau stammt von seinem 365. Werk. Im Werkverzeichnis vermerkte er darunter die Worte des römischen Gelehrten Plinius d. Ä. „Nulla dies sine linea“ – kein Tag ohne Linie. Das Entstehungsjahr des Bilds (dem er den Namen „Süchtig“ gab), 1938, war für Klee ein besonders produktives. Und dies, obwohl er sich drei Jahre zuvor eine schwere Krankheit (Sklerodermie) zugezogen hatte, die ihn zunächst sehr einschränkte.
Museum Ludwig, Bischofsgartenstraße 1, Di.–So. 10–18, jeden 1. Fr. im Monat 10–22 Uhr

bis 25. März 2007:
Toute la Collection
Die Kreationen der Haute Couture aus ungewohnter Perspektive: Die Wiener Fotografin Christin Losta nimmt mit ihrer Kamera in den großen Modemuseen historische Roben unter die Lupe.
Ihre Aufnahmen machen verborgene Konstruktionen sichtbar und lenken den Blick auf das Detail.
Museum für Angewandte Kunst, An der Rechtschule, Di.–So. 10–17, Mi. 11–20 Uhr

MÜNCHEN
bis 25. Februar 2007:
Karl Bohrmann – Zeichnungen
Dem Medium der Zeichnung galt die besondere Leidenschaft des in Mannheim geborenen Künstlers (1928–1998), der auch Maler, Fotograf und Komponist von Neuer Musik war. Anhand weniger Sujets hinterfragte er in immer wieder neuen Variationen die Kategorien von Sehen und Wahrnehmen.
Pinakothek der Moderne, Barer Straße 40, Di.–So. 10–18, Do. 11–20 Uhr


Foto: Phyletisches Museum Jena
Foto: Phyletisches Museum Jena
Der besondere Tipp

Micha Brendel: „Eine Schicht tiefer – Wunden und Wunder in Körpern“
Eine Wal-Wirbelsäule, umgeben von chirurgischen Instrumenten, nennt er „Die Instrumente der Beherrschung“. Eine Serie von konservierten, gestalteten Mutterkuchen „Placenten und Planeten“. Micha Brendel ist ein umstrittener Künstler. Der 47-Jährige kreiert aus organischen Materialien Kunstobjekte – und will damit neue Sinn- und Bewusstseinswelten erschließen. Seit den 90er-Jahren arbeitet der Berliner mit sogenannten Fundstücken: Knochen, Haut, Blut, Kadaver und eben der Plazenta, die auf ihn eine ganz besondere Faszination ausübt.
Eine Doppelausstellung in Jena widmet sich noch bis zum 18. Februar seiner „organischen Kunst“.
Phyletisches Museum der Universität Jena, Vor dem Neutor 1, tgl. 9–16 Uhr;
Stadtmuseum Jena, Markt 7, Di./Mi./Fr. 10–17, Do. 14–22,
Sa./So. 11–18 Uhr
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