ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2007Förderinitiative der Bundes­ärzte­kammer zur Versorgungsforschung – Ausschreibung der Förderung eines Projektes zum Thema: Auswirkungen unterschiedlicher Trägerstrukturen (inklusive „Privatisierung“) von Krankenhäusern auf die Qualität der Krankenversorgung der Bevölkerung

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Förderinitiative der Bundes­ärzte­kammer zur Versorgungsforschung – Ausschreibung der Förderung eines Projektes zum Thema: Auswirkungen unterschiedlicher Trägerstrukturen (inklusive „Privatisierung“) von Krankenhäusern auf die Qualität der Krankenversorgung der Bevölkerung

Dtsch Arztebl 2007; 104(3): A-141 / B-129 / C-125

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LNSLNS Die Bundes­ärzte­kammer führt derzeit auf der Grundlage eines Beschlusses des 108. Deutschen Ärztetags ein Programm zur Förderung der Versorgungsforschung durch1. Die Förderinitiative hat eine Laufzeit von insgesamt 6 Jahren und zielt darauf, unter sich verändernden Rahmenbedingungen konkrete Lösungen für eine verbesserte Patientenversorgung und somit auch für eine adäquate ärztliche Berufsausübung aufzuzeigen. Parallel zu der bereits laufenden 1. Förderphase und noch vor der für Mitte 2007 geplanten Ausschreibung einer 2. Förderphase schreibt die Bundes­ärzte­kammer nun auf Beschluss des Vorstands die Förderung eines Projektes zu der im Folgenden skizzierten Forschungsfrage gesondert aus.
1. Forschungsfrage
Die Bundes­ärzte­kammer fordert zur Einreichung von Förderanträgen für ein Forschungsvorhaben auf, mit dem die „Auswirkungen unterschiedlicher Trägerstrukturen (inklusive „Privatisierung“) von Krankenhäusern auf die Qualität der Krankenversorgung (ambulante, Anschlussbehandlung und stationäre Versorgung) der Bevölkerung“ auf einem hohen wissenschaftlichen Niveau analysiert werden sollen. Da die Umsetzung der Forschungsfrage sowohl hinsichtlich ihrer Operationalisierung als auch hinsichtlich der heranzuziehenden Datenquellen einige grundsätzliche methodische Fragen aufgeworfen hat, wurde durch den Vorstand der Bundes­ärzte­kammer eine Machbarkeitsstudie2 in Auftrag gegeben. Bei der Projektkonzeption soll auf die Inhalte und Ergebnisse der Studie Bezug genommen und auf das beabsichtigte Verfahren zum Umgang mit den aufgeworfenen Fragestellungen eingegangen werden.
Bei der Projektkonzeption sollte insbesondere auf folgende Aspekte Bezug genommen werden:
– Privatisierungsfolgen sollen anhand einer Analyse von Trägerunterschieden oder von Trägerwechseln untersucht werden. Es sind ggf. Kombinationen denkbar.
– Es ist ein Studiendesign erwünscht, bei dem – soweit möglich – auch Aussagen über die Auswirkungen von Krankenhausprivatisierungen auf die berufliche Situation der Ärzte („Physician Factor“) getroffen werden können. Grundlage hierfür könnte z. B. eine Analyse von Strukturdaten (Veränderungen des Personalschlüssels, Weiterbildung usw.) sein.
– Es ist ein Studiendesign erwünscht, bei dem zusätzlich mögliche Auswirkungen auf die ambulanten Versorgungsstrukturen und die Chancen bzw. Risiken für die Implementierung integrierter Strukturen untersucht werden.
– Es ist darzustellen, welche Grundgesamtheit bzw. welche Untersuchungseinheiten (z. B. Krankenhäuser der Maximalversorgung) der Analyse zugrunde gelegt werden und wie sich Kontrollgruppen zusammensetzen sollen.
– Es ist darzustellen, anhand welcher Indikatoren die Qualität der Krankenversorgung und ggf. auf Privatisierungsfolgen zurückzuführende Veränderungen gemessen werden sollen.
– Es ist darzustellen, welche Datenquellen für die Analyse herangezogen werden sollen und ob der Zugang zu den geplanten Daten gewährleistet ist. Die Wahl der Datenquellen sollte unter Berücksichtigung der in der Machbarkeitsstudie vorgenommenen Kommentierung begründet werden.
– Es ist darzustellen, wie der großen Varianz innerhalb der jeweiligen Trägerkategorien (öffentliche, freigemeinnützige und private Träger) und hier insbesondere innerhalb der zu untersuchenden Kategorie „Private Trägerschaft“ angemessen Rechnung getragen werden kann.
Der Bundes­ärzte­kammer ist an einer – soweit es die erforderliche Sorgfalt der Projektdurchführung im Hinblick auf die Qualität der Projektergebnisse zulässt – möglichst raschen Bearbeitung der Forschungsfrage gelegen.
2. Projektbegleitung
Die von der Bundes­ärzte­kammer geförderten Projekte werden durch einen Berichterstatter („Projektpaten“) aus dem Kreis der Ständigen Koordinationsgruppe Versorgungsforschung oder dem Wissenschaftlichen Beirat der Bundes­ärzte­kammer kontinuierlich begleitet. Der Förderempfänger muss sich mit einer Berichtspflicht gegenüber dem Berichterstatter und dem zuständigen Steuerungsgremium (Ständige Koordinationsgruppe Versorgungsforschung) in Form von Zwischenauswertungen, Dokumentationen und Auskünften, einverstanden erklären.
3. Förderempfänger
Antragsberechtigt sind Mitarbeiter aus universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Einrichtungen der Gesundheitsversorgung (z. B. Praxen, Krankenhäuser, Rehabilitationskliniken, Institute) sowie Patientenorganisationen und Fachgesellschaften.
4. Förderzweck, Rechtsgrundlagen
Für die geförderten Vorhaben werden mit den Projektnehmern privatrechtliche Verträge geschlossen. Die Kostenkalkulation hat sich an den auf der Homepage der Bundes­ärzte­kammer abrufbaren Mustern zu orientieren3. !
5. Fördervoraussetzungen
Projektleiter müssen durch einschlägige wissenschaftliche Vorarbeiten ausgewiesen sein. Sie müssen ihre Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit und zur Akzeptanz eines vorhabenbegleitenden Beratungsangebots erklären.
Von der Förderung sind grundsätzlich Projekte ausgenommen, die bereits im Rahmen anderer Förderaktivitäten substanziell gefördert werden, es sei denn, durch klar bestimmte Kooperationen können wesentliche Teilaspekte besonders prägnant bearbeitet werden.
6. Art, Umfang und Höhe der Förderung
Dem Projekt wird ein Zuschuss gewährt (Projektförderung). Eigenleistungen und ggf. Kofinanzierungen sind klar voneinander abzugrenzen. Die Laufzeit des beantragten Projekts darf 3 Jahre nicht übersteigen. Die maximale Fördersumme aus Mitteln der Bundes­ärzte­kammer beträgt grundsätzlich 200 000 A für die Dauer der gesamten Projektförderung. Kooperationen mit anderen Mittelgebern sind grundsätzlich erwünscht; sie sind in Art und Umfang offenzulegen.
7. Sonstige Förderbestimmungen
Der Förderempfänger muss sich verpflichten, sämtliche Ergebnisse zeitnah internationalen Zeitschriften mit Peer-Review-Verfahren und/oder den der (Fach-)Öffentlichkeit zugänglichen wissenschaftlichen Medien zur Veröffentlichung nach Projektabschluss anzubieten (weitergehende Nutzungsrechte, insbesondere die frühestmögliche Information der Bundes­ärzte­kammer, werden im jeweiligen Fördervertrag geregelt).
8. Verfahren
8.1
Die Abwicklung der Fördermaßnahme erfolgt durch die zuständige Geschäftstelle der Bundes­ärzte­kammer.

Bundes­ärzte­kammer
Dezernat VI
Herbert-Lewin-Platz 1
10623 Berlin
Tel.: 0 30/40 04 56-4 63 bzw. -4 67
Fax: 0 30/40 04 56-4 86
E-Mail: dezernat6@baek.de

8.2
Wir bitten Sie, Ihren aussagekräftigen Antrag vom vorgesehenen Projektleiter unterzeichnet bis zum 09. März 2007 postalisch in 5-facher Ausfertigung einzureichen. Zusätzlich ist der Antrag in bearbeitbarer elektronischer Form einzureichen. Nähere Anforderungen an den Inhalt des Antrags sind dem Anhang (s. u.) zu entnehmen.
Der Antrag ist in deutscher Sprache abzufassen und soll die zugrunde liegenden Hypothesen und Ziele darlegen sowie das geplante methodische und inhaltliche Vorgehen beschreiben. Aus der Vorlage des Antrags können keine Rechtsansprüche abgeleitet werden.

8.3
Aus den Förderanträgen werden durch die Ständige Koordinationsgruppe Versorgungsforschung Forschungsansätze mit überzeugenden Konzepten ausgewählt. Diese werden nach abschließender Prüfung dem Vorstand der Bundes­ärzte­kammer zur definitiven Förderentscheidung empfohlen.
Die Antragsteller werden über das Ergebnis der Bewertung ihres Antrags schriftlich informiert.
Anhang:
Die Anträge sollen folgende Angaben enthalten:
1. Name des Projektleiters und der beteiligten Wissenschaftler mit vollständiger Adresse (inkl. Telefon-, Telefax-Nr. und E-Mail-Adresse)
2. Thema des Antrags
3. Darstellung der Ziele und Hypothesen
4. eigene Vorarbeiten (für das Thema relevante Forschungsprojekte und Publikationen)
5. Beschreibung des Arbeitsprogramms (Hauptzielgrößen, Methoden, Instrumente, Messparameter, Datenquellen)
6. Schätzung der beantragten Mittel, Eigenleistungen und ggf. Kofinanzierung
7. Unterschrift(en)
8. Anlagen
  – Literaturverzeichnis zum Untersuchungsthema (maximal fünf Titel, auch Fremdpublikationen)
  – Kurzer tabellarischer Lebenslauf der beteiligten Wissenschaftler mit den fünf wichtigsten eigenen Publikationen der letzten Jahre inkl. Angabe der Impactfaktoren

Berlin, 19. Januar 2007

Prof. Dr. med. Dr. h. c. J.-D. Hoppe
Präsident der Bundes­ärzte­kammer
und des Deutschen Ärztetages

Prof. Dr. med. Dr. h. c. P. C. Scriba
Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats



1 vgl. hierzu auch das Rahmenkonzept der Bundes­ärzte­kammer unter http://www.bundes
aerztekammer.de/page.asp?his=0.6.3289.3293
2 Die Machbarkeitsstudie ist abrufbar unter http://www.bundesaerztekammer.de/down
loads/VFAusschrMachbarkeitsstudie.pdf
3 Muster für die Kostenkalkulation unter: http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/
VFAusschrKostenkalkulation.pdf
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