ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2007Arbeitsmarkt: Innovative Konzepte
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Der Bewerbermangel für Oberarztstellen in der Frauenheilkunde ist eklatant und wird in Zukunft zu ernsten Problemen bei der Stellenbesetzung führen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Zehn bis 15 Rufbereitschaftsdienste, in denen der Oberarzt innerhalb von zehn Minuten im Krankenhaus sein muss, sind für die Bewerber auf Dauer nicht attraktiv. Die Geburtshilfe ist dazu mit einem hohen Maß an Stress verbunden. Die Änderung der Weiter­bildungs­ordnung mit der Einführung des „kleinen“ Facharztes hat dazu geführt, dass Fachärzte direkt nach Abschluss der Weiterbildung operativ und geburtshilflich nicht so ausgebildet sind, dass ihnen die große Verantwortung für den Hintergrunddienst in der Geburtshilfe gleich übertragen werden kann. Außerdem absolvieren immer mehr Frauen die Weiterbildung mit dem bloßen Ziel, möglichst bald nach der Weiterbildung eine Praxis zu eröffnen. Eine Änderung kann hier nur durch eine mehrgleisige Strategie erreicht werden. Die ausbildenden Krankenhäuser müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und Assistentinnen und Assistenten wirklich fundiert operativ und geburtshilflich ausbilden. Insbesondere die angehenden Frauenärztinnen müssen sich aber auch darüber klar sein, dass sie ein operatives und geburtshilfliches Fach erlernen, das sie später entsprechend auch praktizieren sollten. Die Kliniken müssen sich innovative Konzepte ausdenken, die es Frauen mit Familie ermöglichen, in Oberarztpositionen zu arbeiten. Hierzu muss unbedingt die Belastung durch die große Anzahl von Rufbereitschaftsdiensten verringert werden. Vielleicht bietet die Anbindung von am Ort niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzten dazu einen Ansatz.
Priv.-Doz. Dr. med. Ursula Peschers,
Rankestraße 4, 80796 München
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