ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2007Antiarrhythmische Therapie in der Schwangerschaft: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Antiarrhythmische Therapie in der Schwangerschaft: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2007; 104(4): A-198 / B-179 / C-175

Trappe, Hans-Joachim

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LNSLNS Es ist seit langem bekannt, dass in der Gravidität der Bedarf an Schilddrüsenhormon um bis zu 50 Prozent steigt. Im fetalen Organismus beginnt die Thyroxinsynthese bereits im vierten Schwangerschaftsmonat (1). Der Schilddrüsenstoffwechsel kann sich innerhalb einer Schwangerschaft verändern, und Erkrankungen wie Hypo- oder Hyperthyreosen können im Zusammenhang mit der Schwangerschaft zum ersten Mal auftreten. Sowohl Schilddrüsenunter- als auch -überfunktion der Mutter können dem Kind schaden und/oder zu einer Fehlgeburt führen.
Der Zusammenhang zwischen Schilddrüsenerkrankungen und Herzrhythmusstörungen ist seit Jahren bekannt und besonders die Korrelationen zwischen Hyperthyreose und Vorhofflimmern sind gut dokumentiert (2). Es ist selbstverständlich, dass der Schilddrüsenstoffwechsel bei Schwangeren mit Rhythmusstörungen untersucht werden muss. Im Einzelfall können autonome Adenome durch Jodgabe dekompensieren oder Thyreoitiden zu Schilddrüsenfunktionsstörungen führen, die Arrhythmien verursachen können (3).
Der Kommentar bei Herzrhythmusstörungen, die während einer Schwangerschaft auftreten, an Schilddrüsenerkrankungen zu denken, ist völlig richtig und soll an dieser Stelle nochmals unterstrichen werden.


Prof. Dr. med. Hans-Joachim Trappe
Marienhospital Herne
Medizinische Universitätsklinik II
Ruhr-Universität Bochum
Hölkeskampring 40, 44625 Herne
E-Mail: hans-joachim.trappe@marienhospital-herne.de

Interessenkonflikt
Die Autoren beider Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinen des International Committe of Medical Journal Editors besteht.
1.
Burrow GN, Fisher DA, Larsen PR: Maternal and fetal thyroid function. N Engl J Med 1994; 331: 1072–8. MEDLINE
2.
Trappe HJ: Tachykarde Herzrhythmusstörungen in der Intensivmedizin. In: Baumann G, Zerkowski HR: HerzAkutMedizin. Darmstadt: Steinkopff-Verlag 2006: 480–92.
3.
Stangl V, Trappe HJ: Die Frau in der Schwangerschaft in der Intensivmedizin. In: Baumann G, Zerkowski HR: HerzAkutMedizin; Darmstadt: Steinkopff-Verlag 2006: 650–83.
1. Burrow GN, Fisher DA, Larsen PR: Maternal and fetal thyroid function. N Engl J Med 1994; 331: 1072–8. MEDLINE
2. Trappe HJ: Tachykarde Herzrhythmusstörungen in der Intensivmedizin. In: Baumann G, Zerkowski HR: HerzAkutMedizin. Darmstadt: Steinkopff-Verlag 2006: 480–92.
3. Stangl V, Trappe HJ: Die Frau in der Schwangerschaft in der Intensivmedizin. In: Baumann G, Zerkowski HR: HerzAkutMedizin; Darmstadt: Steinkopff-Verlag 2006: 650–83.

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