ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2007Proteste: Ein „Papiertiger“
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Chefredakteur Heinz Stüwe schrieb, dass sich niemand der Illusion hingeben wird, mit Protesten ließe sich schlagartig eine Kursänderung bewirken . . . Politiker sind persönlich weder betroffen noch können sie haftbar gemacht werden. Fehlentscheidungen gefährden nicht ihre materielle Existenz. Deshalb sind sie beratungsresistent. Die „Reform“ kann aber die Existenz vieler Praxen und den Verlust von Tausenden von Arbeits- und Ausbildungsplätzen bedeuten, für die die Betriebsinhaber und nur sie allein geradestehen müssen. Deshalb ist ihr Widerstand nicht nur gerechtfertigt, sondern zwingend notwendig. Ärzte können aber anders als Gewerkschaften Streiks nicht ohne Rücksicht aufs Gemeinwohl durchziehen. Streik aber ohne die letzte Konsequenz, eine Schädigung der Bestreikten, der Patienten, in Kauf nehmen zu wollen, ist von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Ein Streik ist dann kein Zeichen der Stärke, sondern ein Zurschaustellen der Machtlosigkeit, Eingeständnis der Hilflosigkeit, ein „Papiertiger“. Es grenzt an Wahnvorstellung, wenn jemand ernsthaft annehmen sollte, dass sich Frau Schmidt und Berater auch nur im Geringsten davon beeindrucken lassen würden. Zynischerweise ist das Gegenteil richtig. Die Möglichkeit einer Schadensverursachung – trotz Notdienst – wird eiskalt von der Politik instrumentalisiert; die Ärzte macht diese Tatsache verwund- und erpressbar. Ein einziger Schadensfall würde alle Anstrengungen zunichte machen, zumal sich dann unsere besten Verbündeten, die Patienten, von uns abwenden würden. Praxisbetriebe können aber wohl, wie Großkonzerne, Druck auf die Politik ausüben durch wirtschaftliche Sanktionen wie Investitionsstopp und der Drohung von „Arbeitsplatz-Abbau“. Aber nur als geschlossener Wirtschaftsblock. Die Einzelpraxis ist uninteressant, der Arbeitsplatz-Abbau dort unspektakulär. Einzelschicksale spielen auch im Sozialismus schmidt-lauterbachscher Prägung keine Rolle. Moralische Bedenken sind unangebracht, da es sich um „Notwehrmaßnahmen“ direkt Betroffener handelt . . .
Dr. med. J. H. Horst Hardt, Weingartenstraße 32, 35614 Aßlar
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