ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2007Familienfreundlich: Nicht für die Mitarbeiter
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Als Teil der Ärzteschwemme, jetziger Teilhaber an der Überversorgung, erfüllt mich der immer dicker werdende Stellenmarkt im DÄ mit Freude, zeigt er doch, dass in den Kliniken zunehmender Mangel herrscht, der nur durch mitarbeiterfreundliches Handeln abzuwenden ist. Auch ich habe die klassische klinische Hierarchie erlebt, habe gesagt bekommen: „familienfreundliches Krankenhaus bezieht sich auf die Patienten, nicht auf die Mitarbeiter“, habe als Oberarzt eine Arbeitszeitreduktion nur durchsetzen können, da ich Alternativangebote hatte und in der Abteilung Notstand war . . . Arbeitszeitverabredungen, geschweige denn ein Arbeitszeitgesetz wurden nie beachtet. Chefvisiten freitagnachmittags nach Ende der chefärztlichen Mittagspause und Privatsprechstunde, selbstverständlich nach der regulären Arbeitszeit, Visiten, die natürlich nach einem Nachtdienst erst am späten Vormittag oder noch später angesetzt wurden, waren selbstverständlich. Die Flucht der jungen Kollegen aus diesem Land nach Skandinavien, Frankreich oder England findet nicht nur wegen schlechterer Bezahlung und mehr Bürokratie hier statt, sie ist zu einem erklecklichen Maß auch Folge der Strukturen in den Kliniken. Es wird Zeit, dass sich etwas ändert!
Jochen Zieriacks, In der Kümp 14,
51465 Bergisch Gladbach
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