ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2007Diagnostik depressiver Störungen: Schlusswort
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LNSLNS Wir möchten uns für die Zuschriften und die Anmerkungen bei allen Kollegen herzlich bedanken und nehmen gerne abschließend zu den Kommentaren Stellung.
Die Erhebung der Anamnese bei Patienten mit psychischen Störungen folgt dem in verschiedenen Lehrbüchern beschriebenen Konzept der iterativen Hypothesenbildung. Hierbei ist es wichtig, zuerst durch offene Fragen die subjektive Sicht des Patienten zu erheben und die hieraus gebildeten Hypothesen dann durch geschlossene Fragen zu testen. In weiteren Schritten werden dann Hypothesen zu Komorbidität überprüft und Informationen zu psychosozialen Bedingungen erhoben. Diese Abfolge erfordert von dem Arzt einen flexiblen Wechsel zwischen offenen und geschlossenen Fragen.
Wir haben uns in unserem Artikel auf den Schritt der konfirmatorischen Überprüfung der Verdachtsdiagnose einer depressiven Störung konzentriert. Diese Überprüfung erfordert meistens geschlossene Fragen. Patienten erleben gezielte symptombezogene Fragen als Ausweis der Kompetenz des Interviewers. Darüber hinaus unterstützen geschlossene Fragen die Überwindung von Scham, Verunsicherung oder Vermeidungsverhalten bei schwierigen Themen wie zum Beispiel Suizidalität oder sexuellen Funktionsstörungen im Rahmen der Depression. Um die vorliegende Störung in ein Gesamtbild einordnen zu können, muss das von uns in dem Beitrag vorgeschlagene Vorgehen selbstverständlich in den dargestellten Kontext gebracht werden.

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Sebastian Rudolf
Klinik für Psychiatrie u. Psychotherapie
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Campus Lübeck
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck
E-Mail: rudolf.s@psychiatry.uni-luebeck.de

Interessenkonflikt
Die Autoren aller Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinen des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

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