ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2007Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2007; 104(5): A-283 / B-253 / C-248

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Vom Kampf des Lebens, von Tragik und Komik, Härte und Poesie – das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

Foto: Kordes & Kordes Film GmbH
Foto: Kordes & Kordes Film GmbH
Drama
Ab 1. Februar:
Vier Minuten
Standing Ovations in Hof, „bester Film“ in Shanghai, Haupt- und Publikumspreis in Biberach, weltweite Verkäufe: Chris Kraus kann zufrieden sein. Sein zweiter Film nach „Scherbentanz“ zieht mit unter die Haut gehenden Gefühlen, Poesie und Härte Kritiker und Zuschauer in den Bann. Im Mittelpunkt steht das düstere Psychoduell zwischen Monica Bleibtreu als Pianistin Traude Krüger, die seit 60 Jahren im Gefängnis Klavierunterricht gibt, und Jungstar Hannah Herzsprung.
In ihrer ersten Hauptrolle als unberechenbare Mörderin Jenny findet sie – zwischen Selbstzerstörung und Selbstverwirklichung taumelnd – in der Musik die Kraft zum Überleben.
Deutschland 2006, 112 Minuten

Ab 1. Februar:
Nach der Hochzeit
Der Däne Jacob Petersen hat sein Leben Straßenkindern in Indien gewidmet.
Als sein Waisenhaus von der Schließung bedroht ist, wird ihm eine großzügige Spende angeboten – unter der Bedingung, in die Heimat zu reisen. Dort trifft er den geheimnisvollen Mäzen Jorgen und dessen Familie, die die Hochzeit der Tochter vorbereiten. Er wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Jorgens Frau Helene war Jacobs Jugendliebe, verließ ihn vor 20 Jahren schwanger. Das Gefühlsdrama spielt – typisch für den dänischen Film – subtil mit der Lust an der Brüchigkeit von Beziehungen und dem Blick hinter die Fassade.
Dänemark 2006, 125 Minuten

Ab 22. Februar:
Letters from Iwo Jima
Oscar-verdächtig: Nachdem am 18. Januar „Flags of Our Fathers“ in die Kinos kam, erzählt Clint Eastwood das Kriegsdrama um die US-Invasion auf der von japanischen Truppen besetzten Pazifikinsel Iwo Jima im Jahre 1945 nun aus der (interessanteren) japanischen Perspektive. Es folgte ein 36-tägiger unerbittlicher Kampf, der auf beiden Seiten viele Opfer forderte. Der mit zahlreichen Kritikerpreisen versehene Film wurde komplett in japanischer Sprache gedreht und mit Stars wie Ken Watanabe („Last Samurai“) und Shido Nakamura („Fearless“) prominent besetzt.
USA 2006, 141 Minuten

Ab 22. Februar:
La vie en rose
Olivier Dahans Edith-Piaf-Biografie ist der Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale (8.–18. Februar). Schon als kleines Mädchen landete sie auf den heruntergekommenen Straßen des Pariser Bezirks Belleville und schaffte es doch von dort ins Rampenlicht von New Yorks großen Konzertsälen – das Leben von Edith Piaf (Marion Cotillard) war ein einziger Kampf. Schauspieler wie Gérard Depardieu, Jean-Pierre Martins und Emmanuelle Seigner lassen an ihrer Seite ein altes, unvergessliches Stück Paris wieder auferstehen.
Frankreich 2007, 140 Minuten

Komödie
Ab 8. Februar:
Sie sind ein schöner Mann
Ein französischer Bauer auf Brautschau: Nach dem Tod der Frau, die beim Kurzschluss der Melkmaschine das Zeitliche segnete, muss Ersatz her – weniger fürs schöne Gefühl als fürs Hühnerfüttern. Also vertraut sich Bauer Aymé einer Heiratsvermittlerin an. Bei der Brautsuche in Rumänien umschwirren ihn leicht bekleidete Damen wie Motten das Licht, aber nur die robuste Elena scheint dem Griesgram für seinen Hof geeignet. Doch die junge Rumänin will mehr und entwickelt überraschend eine erfolgreiche Romantik-Strategie.
Frankreich 2005, 97 Minuten

Ab 8. Februar:
Schräger als Fiktion
Harry Crick ist ein Steuerbeamter mit minutiös geregeltem Tagesablauf. Der gerät außer Tritt, als Harry unvermittelt eine Stimme in seinem Kopf zu hören beginnt, die sein Leben kommentiert und seinen Tod ankündigt. Doch Harry hat sich gerade in die anarchische Bäckerin Ana verliebt. Marc Forsters („Monsters Ball“, „Wenn Träume fliegen lernen“) skurrile Komödie fasziniert durch den Wechsel zwischen Tragik und Komik, Fiktion und Realität.
USA 2006, 113 Minuten


Foto: absolut MEDIEN
Foto: absolut MEDIEN
DVD-Tipp

Christo & Jeanne-Claude: Over the River
Ihr nächstes Projekt ist ebenso kühn wie „The Gates“, das im Februar 2005 Besucherscharen in Manhattans Central Park lockte: Über den Arkansas River in Colorado wollen Christo & Jeanne-Claude Stoffpaneele spannen, bis über dem eigentlichen Flussbett ein glänzender Fluss aus Gewebe entsteht. Die Christo-Experten Wolfram und Jörg Daniel Hissen folgten ihnen nach Colorado zu den Vorbereitungen für „Over the River“ und porträtieren das Künstlerehepaar und ihr Lebenswerk aus aktueller Perspektive.
75 Minuten, Englische OF mit deutschen Untertiteln, www.absolutmedien.de, Bestell-Nr. 811, 19,90 Euro
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema