ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2007Genetische Diagnostik: Die nächste GENeration

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Genetische Diagnostik: Die nächste GENeration

Dtsch Arztebl 2007; 104(5): A-289 / B-257

Weißflog, Gregor

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Jugendliche haben sich in unterschiedlichen Projekten mit den Anwendungsbereichen von Gentests auseinandergesetzt.

Ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Projekt „informieren – reflektieren – partizipieren“ an der Universität Leipzig wollte Jugendliche am öffentlichen Diskurs zum Thema Gentests beteiligen. Ziel war es, Heranwachsende über Anwendungsbereiche von Gentests zu informieren und sie mittels medienpädagogischer Methoden zur Reflexion und damit zu einer qualifizierten Meinungsbildung anzuregen. In der Jugendkonferenz „Die nächste GENeration“ vermittelten die Jugendlichen ihre Sichtweisen auf ethische, rechtliche und soziale Aspekte von Gentests und entwickelten einen Forderungskatalog, den sie an Politiker und Wissenschaftler überreichten und mit ihnen diskutierten.
Ethische Implikationen
Im Rahmen des Gesamtprojekts und in Vorbereitung auf die Jugendkonferenz haben sich circa 150 Jugendliche in Projekten aktiver Medienarbeit mit den unterschiedlichen Anwendungsgebieten von Gentests auseinandergesetzt. Diese Gruppenprojekte wurden in enger Zusammenarbeit mit Pädagogen, Ärzten und anderen Experten vor Ort in Schulen und in Einrichtungen der freien Jugendarbeit geplant und durchgeführt. Bei der Arbeit zu diesem Thema produzierten die Jugendlichen unter anderem einen Dokumentarfilm, der sich mit der prädiktiven Tumordiagnostik und den damit verbundenen ethischen und sozialen Implikationen beschäftigt, und eine Internetseite, die positive und negative Aspekte des Einsatzes des DNA-Fingerprintings aufzeigt. Eine Radiosendung befasste sich mit Gentests in der Pränataldiagnostik.
Großes Engagement
Insgesamt haben die Projekte gezeigt, dass Gentests in ihren unterschiedlichen Anwendungsbereichen ein Themenfeld sind, für das sich Jugendliche interessieren, sofern man ihnen adäquate oder lebensnahe Zugänge eröffnet. Wenn diese Voraussetzungen geschaffen sind, zeigen Jugendliche großes Engagement, sich Wissen anzueignen und sich kritisch-reflexiv mit den Chancen und Risiken der genetischen Diagnostik auseinanderzusetzen. Mit den auf dieser Basis entwickelten Argumentationen und Positionen können sie sich an der öffentlichen Debatte und somit auch an der Gestaltung ihrer eigenen Zukunft beteiligen.
Weitere Informationen zu den Gruppenprojekten, zur Jugendkonferenz „Die nächste GENeration“, zum Forderungskatalog und den Reaktionen der Politik darauf unter: www.gen-diskussion.de.
Gregor Weißflog
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