THEMEN DER ZEIT

Nicht nach Schema F

Dtsch Arztebl 2007; 104(6): A-325 / B-286 / C-274

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Prof. Dr. med. Sylvia Kotterba, Vorsitzende des Ethikkomitees, BG-Klinik Bergmannsheil – Universitätsklinik, Bochum. Foto: privat
Prof. Dr. med. Sylvia Kotterba, Vorsitzende des Ethikkomitees, BG-Klinik Bergmannsheil – Universitätsklinik, Bochum. Foto: privat
Ethikkonsile werden im Bergmannsheil seit rund zehn Jahren angeboten, Beratungen durch das Klinische Ethikkomitee (KEK) seit rund zwei Jahren. „Fragen tauchen in erster Linie im Intensivbereich auf“, berichtet Prof. Dr. med. Sylvia Kotterba.
Wenn eine Anfrage eingeht, dann sucht ein Team von zwei, drei KEK-Mitarbeitern Kontakt zur Station. Eine Besprechung wird verabredet, an der alle teilnehmen sollen, die den betreffenden Patienten behandeln. Am Ende der Beratung stehen eine Empfehlung des Teams und ein Protokoll der Beratung.
„Bedarf besteht“, sagt Kotterba. Denn einerseits werden viele ethische Fragen eigenverantwortlich auf den Stationen geklärt, „sonst müsste man ja für jeden Patienten ein Konsil veranstalten“. Andererseits weiß die Oberärztin, dass viele Teambesprechungen nun einmal sehr fachspezifisch ablaufen und nicht immer ausreichend debattiert wird, welche ethischen Konflikte an einem Fall hängen.
Sie schätzt an klinischer Ethikberatung, dass alle vertiefte Einblicke in einen Fall bekommen, besonders Sozialarbeiter und Theologen in medizinische und pflegerische Hintergründe. Es sei „ein gegenseitiges Schulen“, ein produktiver Prozess fürs Teamverständnis.
Nicht alle wissen das zu schätzen. „Je höher jemand in der Hierarchie ist, desto schwerer tut er sich“, sagt Kotterba. Dabei hält sie es für besonders wichtig, leitende Ärzte für klinische Ethikberatungen zu gewinnen. Die Angehörigen begrüßten solche Abstimmungen: „Wenn sie das Gefühl haben, es geht auf der Station nicht nach Schema F, sondern das Team macht sich Gedanken, hilft das sehr.“ Rie
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