THEMEN DER ZEIT

Das Beste wollen

Dtsch Arztebl 2007; 104(6): A-326 / B-287 / C-275

Rieser, Sabine

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Dr. med. Lilo Brombacher, Oberärztin, Diakonie Krankenhaus, Bad Kreuznach. Foto: privat
Dr. med. Lilo Brombacher, Oberärztin, Diakonie Krankenhaus, Bad Kreuznach. Foto: privat
Klinische Ethikberatungen werden in ihrem Krankenhaus seit 2001 angeboten. Doch Dr. med. Lilo Brombacher gibt unumwunden zu, dass sie „relativ zäh“ angenommen werden: „Es ist eine große Hürde, dass die Beteiligten die Ethikberatung nicht als Tribunal empfinden.“ Wenn eine Beratung gewünscht wird, dann meist deshalb, weil ein erheblicher Konflikt schwelt, und das bedeutet: „In der Regel gibt es eine Gegenpartei, es geht um Streitschlichtung, der Fall ist von hoher Emotionalität.“
Im Ethikkomitee des Kreuznacher Krankenhauses gibt es zwei Arten von Ethikberatung. In den ersten Jahren beriet sich das gesamte 13-köpfige multiprofessionelle Gremium und gab dann eine Empfehlung ab. Seit drei Jahren hat die Klinik zusätzlich die aufsuchende klinische Ethikberatung etabliert. Drei Mitarbeiter kommen bei Bedarf auf Station, in erster Linie, um zu moderieren, bei der Herausarbeitung des ethischen Problems zu unterstützen und Informationen zu geben, beispielsweise zu juristischen Aspekten eines Konflikts.
Nicht selten, hat Brombacher erlebt, fühlen sich Krankenschwestern und Pfleger von ärztlichen Entscheidungen ausgegrenzt. Beispielsweise auf Intensivstationen, wenn weiter maximal therapiert wird, obwohl die Prognose des Patienten extrem ungünstig ist. Ärztinnen und Ärzte wiederum fallen Abwägungen im Team schwer. Denn „Ärzte sind eben so sozialisiert, dass sie sich ungern etwas sagen lassen“, weiß Brombacher.
Das Wichtigste an einer klinischen Ethikberatung? „Klarmachen, dass alle das Beste wollen.“ Dann profitierten auch alle. Rie
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