ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2007Randnotiz: Ein Skandal

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Randnotiz: Ein Skandal

Dtsch Arztebl 2007; 104(6): A-332 / B-292 / C-280

Lange, Rolf-Peter

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Unter „Randnotiz“ wird von Jens Flintrop ein „unmoralisches Angebot“ beschrieben, das nach Auffassung des Verbandes Deutscher Bestattungsunternehmen e.V. (VDB) als skandalös zu bezeichnen ist. Zum Sachverhalt: Der Vorsitzende der Vivantes-Geschäftsführung, Holger Strehlau-Schwoll, äußerte sich beim Krankenhaustag im November in Düsseldorf öffentlich zu einem Kooperationsangebot „eines großen Berliner Bestattungsunternehmens“ mit der Vivantes GmbH. Ein großes Bestattungsunternehmen (bundesweit aktiv, Sitz in Berlin) wäre bereit, für jeden verstorbenen Patienten, den Vivantes zur Bestattung an das Unternehmen vermittelt, Geld zu zahlen. Diese Vorgehensweise soll selbstverständlich innerhalb einer sogenannten Kooperation erfolgen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Brisant für das „große Berliner Bestattungsunternehmen“ ist nur, dass die oberste Geschäftsleitung von Vivantes dies offen benannt und strikt abgelehnt hat. Der VDB begrüßt die klare, ablehnende Haltung von Vivantes, zumal bekannt ist, dass andere Krankenhäuser, Kliniken und Pflegeeinrichtungen sich eben nicht so verhalten. Der Verband Deutscher Bestattungsunternehmen e.V. (VDB) distanziert sich mit all seinen Mitgliedsunternehmen eindeutig von solchen zwielichtigen Praktiken. Die Bestattungsbranche sieht sich in der Öffentlichkeit – insbesondere durch derartige unseriöse Methoden – immer wieder mit Vorwürfen und Beschuldigungen konfrontiert, dass Bestatter durch Bestechung und Zahlung von Schmiergeldern versuchen, an Sterbefälle zu gelangen. Die Kehrseite ist aber, dass andere größere, verantwortlich handelnde, seriöse Bestattungsunternehmen mit solchen pauschalen Verurteilungen abgestraft werden und tagtäglich um ihren guten Ruf kämpfen müssen. Diejenigen, die sich unverantwortlich, gesetzeswidrig und unethisch verhalten, sollten öffentlich benannt werden und vom Markt verschwinden . . .
Dr. Rolf-Peter Lange, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Bestattungsunternehmen e.V. (VDB),
Residenzstraße 68, 13409 Berlin
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