ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2007Onkologie: Bericht aus der Praxis
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Die Behauptung der Autoren, der hohe Prozentsatz an Kiefernekrosen bei Zoledronat und Pamidronat sei nicht Ausdruck der besonderen Gefährdung durch diese Bisphosphonate, sondern Ausdruck dessen, dass fast ausschließlich diese beiden Substanzen in den betroffenen Indikationen eingesetzt werden, ist aus Sicht der onkologischen Praxis nicht nachvollziehbar. Ibandronat hat zwar nur die offizielle Zulassung für Mammakarzinome, wird jedoch in der onkologischen Routine häufig bei Skelettmetastasen anderer Tumoren, insbesondere bei renaler Komorbidität, eingesetzt. In unserer onkologischen Schwerpunktpraxis sind in den letzten zehn Jahren bei nahezu gleicher Einsatzfrequenz von Ibandronat und Zoledronat elf Kiefernekrosen ausschließlich bei Zoledronat aufgetreten. Aus unserer Sicht besteht die Ursache in der schnellen und hohen Knochenaffinität des Zoledronats, die insbesondere bei kurzer Infusionsdauer zu hohen lokalen Gewebekonzentrationen führt. Hierdurch werden nicht nur die Osteoklasten, sondern auch Osteoblasten und Makrophagen in Apoptose getrieben, sodass ein sogenannter toter Knochen („frozen bone“) resultiert. Offensichtlich ist dann ein Reparationsstoffwechsel bei – im Kieferbereich häufig auftretenden – Mikroläsionen nicht mehr möglich. Allerdings hat diese hohe Potenz in der onkologischen Anwendung auch durchaus nutzbare Vorteile. Aus unserer Sicht sollte auf eine ausreichend lange Infusionsdauer bei Zoledronat geachtet werden (mindestens 30 Minuten). Wie auch für die Osteoporose vorgeschlagen, sollte auch bei der onkologischen Anwendung der Bisphosphonate nach einer initialen Sättigungsphase die Möglichkeit einer Intervallverlängerung in Studien geprüft werden.
Dr. med. Wolfgang Abenhardt, Prielmayerstraße 1, 80335 München
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