ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2007Alpha-1-Antitrypsin-Mangel – eine versteckte Ursache der COPD: Arbeitsmedizinische Aspekte

MEDIZIN: Diskussion

Alpha-1-Antitrypsin-Mangel – eine versteckte Ursache der COPD: Arbeitsmedizinische Aspekte

Schuckmann, Fritz

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LNSLNS Genprodukten wie dem Alpha-1-Antitrypsin, aber auch der Glukose-6-phoshat-Dehydrogenase und insbesondere der N-Acetyltransferase, ist auch aus arbeitsmedizinischer Sicht eine Bedeutung beizumessen. So spielt der Acetyliererstatus eines Menschen, also die Konzentration von N-Acetyltransferase, für den Abbau – die Acetylierung – bestimmter blasenaggressiver Substanzen aus der Gruppe der Farben- und Arzneimittelvorprodukte eine wichtige Rolle. Personen mit angeborenenem N-Acetyltransferasemangel könnten im Rahmen der arbeitsmedizinischen Sekundärprävention von entsprechenden Arbeitsplätzen ebenso ferngehalten werden wie solche mit Alpha-1-Antitrypsinmangel von staub- und reizgasbelasteten Arbeitsstätten.
Leider hat sich diese moderne Maßnahme arbeitsmedizinischer Vorsorge bislang wegen vielfacher unsachlicher Kritik nicht durchsetzen können.
Genproduktanalyse hat mit Genanalytik, also Untersuchung der DNA, nichts zu tun. Sie ist vielmehr mit der Erfassung ererbter Farbenschwächen oder einer allergischen Diathese zu vergleichen und sollte nur für ganz spezifische Arbeitsplätze und auf freiwilliger Basis angewendet werden. Dass dies sinnvoll ist, beweisen viele, so auch eigene Untersuchungen, in denen bei Blasenkrebspatienten eine signifikante Acetyliererschwäche nachgewiesen wurde. Es bleibt zu hoffen, dass eine effiziente und relativ einfach durchzuführende Untersuchung doch noch Eingang in die moderne Arbeitsmedizin findet.

Dr. med. Fritz Schuckmann
Nachtigallenweg 6 a
65929 Frankfurt am Main
E-Mail: FritzSchuckmann@aol.com

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
Die Autoren des Beitrages haben auf ein Schlusswort verzichtet.

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