ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2007Statintherapie bei koronarer Herzkrankheit: Nutzen für über 70-Jährige unklar
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LNSLNS Hausärzte und niedergelassene Kardiologen tragen als Verordner die medizinische und wirtschaftliche Verantwortung für eine Statintherapie. Aus diesem Grund drängen sich praxisrelevante Fragen auf, die leider in dem Beitrag keinen Eingang gefunden haben:
Ist es denn wirklich so, dass jeder Patient mit manifester KHK der Statintherapie bedarf? Für Patienten über 70 Jahre ist ein Nutzen bisher völlig unklar. Evidenzbasierte Aussagen dazu liegen derzeit nicht vor (Hausärztliche Leitlinie Fettstoffwechselstörung der Leitlinien-Gruppe Hessen vom 1. März 2006). In den hausärztlichen Praxen sind diese Patienten die Schwerpunktgruppe mit manifester KHK.
Noch problematischer wird es, wenn man in dem Artikel liest, dass „Patienten mit Diabetes mellitus aufgrund ihres hohen kardiovaskulären Risikos wie Patienten mit manifester KHK behandelt werden sollen“. Für die große Gruppe der Diabetiker heißt das doch, dass sich jeder Patient unabhängig vom sonstigen Risikoprofil bei dem ich an zwei unterschiedlichen Tagen einen Nüchternblutzucker > 7,0 mmoL/L messe (entspricht diagnostischem Kriterien des Typ-2-Diabetes nach Handbuch DMP-Diabetes mellitus) und der trotz gesundem Lebensstil einen LDL- Wert > 2,6 mmoL/L hat, einer Statintherapie unterziehen muss. Oder anders ausgedrückt, jeder diätetisch geführte Typ-2-Diabetiker mit LDL > 2,6 mmoL/L bekommt ein Statin.
Hier steht nicht nur das Kostenproblem zur Debatte, sondern es stellt sich auch die Frage nach dem Nutzen solcher pauschalen Indikationsstellungen ohne Berücksichtigung individueller Risikofaktoren.
Dr. med. Thomas Wiermann
Liebenauer Straße 4
06110 Halle an der Saale

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

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