ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2007Psychisch Kranke in Europa: Nur die Hälfte sucht professionelle Hilfe

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Psychisch Kranke in Europa: Nur die Hälfte sucht professionelle Hilfe

PP 6, Ausgabe Februar 2007, Seite 52

Spielberg, Petra

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LNSLNS Jeder vierte Europäer hat mindes-tens einmal im Leben ein psychisches Problem. Am meisten gefährdet sind Frauen, ältere Menschen, Rentner und Hausfrauen. Psychische Erkrankungen können sich zudem deutlich negativ auf das Berufsleben und die sozialen Beziehungen auswirken. So geht nur ein Fünftel der Menschen mit schweren psychischen Problemen einer bezahlten Beschäftigung nach. Bei Menschen mit körperlichen Behinderungen liegt der Anteil bei 65 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Europäischen Kommission hervor.
21 Prozent der Befragten sagten außerdem aus, dass sie in den letzten vier Wochen aufgrund psychischer Probleme einige Tage krank geschrieben waren. All dies hat zwangsläufig Folgen für die Wirtschaft. Psychische Krankheiten verursachen in der Europäischen Union (EU) einen geschätzten Verlust von drei bis vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Weit verbreitet sind nach wie vor auch Vorurteile gegenüber psychisch Kranken. 37 Prozent aller Europäer glauben, dass Menschen mit psychischen Problemen eine Gefahr für andere darstellten. Eine Minderheit von 21 Prozent ist der Meinung, dass die Betroffenen nie mehr richtig gesund würden. 14 Prozent der Befragten meinen zudem, dass Menschen, die psychische Probleme haben, selbst daran schuld seien.
Nur die Hälfte der Betroffenen wendet sich an Ärzte oder Psychotherapeuten, um sich bei der Bewältigung ihres Problems helfen zu lassen. Für 53 Prozent stellen Familienmitglieder die bevorzugte Anlaufstelle dar. Ein knappes Viertel sucht Hilfe bei Freunden. ps

Informationen zur Umfrage: http:// ec.europa.eu/health/ph_information/ documents/ebs_248_en.pdf
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