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Elternschaft mit ADHS

PP 6, Ausgabe Februar 2007, Seite 74

MS

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LNSLNS Zwei Psychologinnen der University of British Columbia haben untersucht, wie sich ADHS bei Müttern auf deren Umgang mit ihren Kindern auswirkt. Sie befragten und beobachteten 30 von ADHS betroffene Mütter und 30 Mütter einer Kontrollgruppe. Die Mütter hatten mindestens ein Kind mit ADHS im Alter zwischen acht bis 14 Jahren. Wie sich zeigte, wirkten sich die Symptome des ADHS unmittelbar auf das Erziehungsverhalten aus. Aufgrund ihrer Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität waren die ADHS-Mütter außerstande, einen konstanten Erziehungsstil durchzuhalten. Außerdem wussten sie weniger als nicht betroffene Mütter, was ihre Kinder tagsüber taten oder wo sie sich aufhielten. Auch mit Problemen, die beim Umgang mit den Kindern auftraten, wurden die ADHS-Mütter weniger gut fertig. „ADHS beeinträchtigt die Elternschaft in einigen Bereichen“, sagen die Wissenschaftlerinnen und weisen darauf hin, dass Mütter mit ADHS schlechter in der Lage sind, eine konstante Medikation ihrer ADHS-betroffenen Kinder zu beachten oder regelmäßig an Elterntrainingsprogrammen teilzunehmen. Trotz dieser Einschränkungen besitzen ADHS-Mütter jedoch auch elterliche Kompetenzen. Gefördert werden sollte nach Meinung der Forscherinnen vor allem eine Eigenschaft, die offenbar nicht von ADHS betroffen ist: Mutterliebe. Zuwendung, Lob und Anerkennung, Eingehen auf ein Kind und Streicheleinheiten können offenbar viele Defizite kompensieren. Eine weitere Stärke der ADHS-Mütter lag im größeren Verständnis und Einfühlungsvermögen für ihre ebenfalls betroffenen Kinder. ms

Murray C, Johnston C: Parenting in mothers with and without attention-deficit/hyperactivity disorder. Journal of Abnormal Psychology 2006; 1: 52–61.

Charlotte Johnston, Dep. of Psychology, 2136 West Mall, University of British Columbia, Vancouver, British Columbia V6T 1Z4, E-Mail: cjohnston@psycho. ubc.ca
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