ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2007Eltern von ADHS-Kindern: Erfolgreich gegen Depressionen

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Eltern von ADHS-Kindern: Erfolgreich gegen Depressionen

PP 6, Ausgabe Februar 2007, Seite 83

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LNSLNS Eltern von Kindern mit ADHS sind in der Regel weniger selbstbewusst und erleben mehr Stress, Depressionen und ehelichen Zwist als Eltern von nicht betroffenen Kindern. Schätzungsweise 40 Prozent der Mütter waren schon mindestens einmal von Depressionen betroffen. Um den Eltern mit ADHS-Kindern den Rücken zu stärken, entwickelten jetzt Psychologen der Universität Buffalo ein Programm, mit dem Depressionen bei Müttern reduziert beziehungsweise verhindert werden sollen. Über einen Zeitraum von drei Jahren nahmen 60 Mütter am zwölfwöchigen „Coping with depression course“ teil, in dem unter anderem Antistress-, Problemlöse- und kognitive Strategien sowie Informationen über ADHS vermittelt wurden. Vergleiche mit Kontrollgruppen zeigten, dass das Training in einigen Bereichen langfristigen Erfolg hatte. Depressive Symptome und wahrgenommener Stress waren zurückgegangen, das Selbstbewusstsein der Mütter war gestiegen, und auch die Sicht auf ihre Kinder hatte sich verändert: Die Mütter dachten weniger negativ über ihre Kinder und deren Zukunft, sie grübelten weniger und machten weder sich noch die Kinder weiterhin verantwortlich für die krankheitsbedingten Schwierigkeiten. Auch das Familienleben hatte vom Einstellungswandel der Mütter profitiert. „Das Programm wirkt nachweislich gegen Depressionen“, so die Forscher. „Am meisten profitieren jedoch Mütter, die aktuell von Depressionen betroffen sind.“ ms

Chronis A, Gamble S, Roberts J, Pelham W: Cognitive-behavioral depression treatment for mothers of children with attention-deficit/hyperactivity disorder. Behavior Therapy 2006; 2: 143–58.

Andrea Chronis, PhD, University of Maryland, Dep. of Psychology, College Park, MD, 20742 (USA), E-Mail: achronis@psyc.umd.edu
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