ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2007Drogenabhängige Eltern: Unterstützung bei der Familienplanung

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Drogenabhängige Eltern: Unterstützung bei der Familienplanung

Dtsch Arztebl 2007; 104(7): A-385 / B-341 / C-329

Bühring, Petra

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Hilfestellung für drogenabhängige Mütter ist oftmals dringend erforderlich. Foto: Fotolia/Shreder
Hilfestellung für drogenabhängige Mütter ist oftmals dringend erforderlich. Foto: Fotolia/Shreder
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, will drogenabhängige Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder mehr unterstützen. „Die Verantwortung für die Kinder verpflichtet uns dazu“, sagte sie anlässlich einer Expertenanhörung des Fachverbandes Drogen und Rauschmittel e. V. (FDR) in Berlin. Notwendig sei ein Netzwerk von Ärzten, Hebammen, Geburtsstationen, Jugendämtern, Suchtberatungsstellen und Jugendhilfeeinrichtungen, wie es in einigen Städten schon existiert.
„Die Frage stellt sich immer: Was kann man fordern und wann sind die Eltern überfordert, sodass zum Schutz der Kinder gehandelt werden muss?“, sagte Thomas Bader, Vorsitzender des FDR. Wichtig sei ein standardisiertes Verfahren, das beispielsweise der substituierende Arzt in Gang setzen könne, wenn er eine schwangere Heroinabhängige versorge. Einen Leitfaden will der FDR dazu erstellen.
„Schwangerschaft und Mutter sein ist für viele Drogenabhängige eine Motivation auszusteigen“, betonte Prof. Dr. Christel Zenker vom FDR. Die Drogenhilfe sollte diesen Aspekt jedoch nicht überbewerten, sondern immer klären, ob das Kind gewollt ist, und entsprechende Angebote unterbreiten, fordert Zenker. „Die meisten Schwangerschaften sind nicht erwünscht“, weiß Manuela Nagel, Sozialpädagogin am Campus Virchow Klinikum Berlin, die dort Betroffene betreut. Sie setzt die Aufklärung über Familienplanung an die erste Stelle der Präventionskette. In Deutschland leben etwa 20 000 drogenabhängige Mütter. Zwischen 40 000 und 60 000 Kinder wachsen mit Eltern auf, die Drogen konsumieren oder substituiert werden. PB
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