ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2007RANDNOTIZ: Groupen, bis der Arzt kommt

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RANDNOTIZ: Groupen, bis der Arzt kommt

Dtsch Arztebl 2007; 104(7): A-385 / B-341 / C-329

Gerst, Thomas

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LNSLNS Bevor Uschi Obermaier landauf, landab für die Verfilmung ihrer Lebensgeschichte die Werbetrommel rührte, hätte manch jüngerer Krankenhausarzt den Begriff „Groupie“ vermutlich in einem ihm vertrauteren Sinnzusammenhang gesucht. Als Groupie bezeichnet man aber mitnichten die Person, die sich des Groupers, über den die Diagnosis Related Groups (DRG) generiert werden, bedient.
Während das Groupie – wohl eher ein Relikt längst vergangener Musikgeschichte – immer wieder versucht, in möglichst engen Kontakt zu der bewunderten Person zu kommen, ist das Verhältnis der Kliniken und Fachbereiche zum Grouper ambivalent. Halb sehnt man den aktuellen zertifizierten Grouper herbei, halb fürchtet man ihn wegen negativer ökonomischer Auswirkungen und der Veränderung der DRG-Verteilungsmodalitäten.
Überhaupt entfaltet das Fallpauschalensystem für die Betroffenen immer weniger Sex-Appeal. Selbst das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium hat sich inzwischen von der Vorstellung verabschiedet, DRGs mit einer hundertprozentigen Abbildung des Krankenhausgeschehens umsetzen zu können. Zusatzentgelte, Extremkosten, vergütungsrelevante PCCL-Matrix, Implementierung des medizinischen Fortschritts – die notwendige Ausdifferenzierung der inzwischen 1 082 DRGs führt zu einem überaus komplexen Gebilde, das in seinen Verästelungen kaum mehr nachvollziehbar ist. Man gerät in Abhängigkeit von einem System, mit dessen interner Logik nur noch wenige Spezialisten vertraut sind. Schon wird der Ruf nach einer deutlichen Verschlankung des Systems laut. Fragt sich nur, ob der Grouper so etwas überhaupt noch zulässt.
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