ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2007Interview: Klare Aufgabenverteilung
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Staatssekretär Schröder verkauft uns Ärzte einmal mehr für dumm. Sein Hinweis auf kommende feste Honorare in einem ohnehin antiquierten Gesundheitssystem und die angebliche Abschaffung der Budgets sind pure Augenwischerei. Nichts wird abgeschafft, nur anders etikettiert. Das nennt man dann verschleiernd Abstaffelung von „Leistungsmenge“ und „Preiskomponente“. Ob der Vertragsarzt eintausend Punkte zu vier Cent oder künftig im Ergebnis 40 Euro aus abgestaffelten Komponenten bekommt – es bleibt der gleiche Zinnober. Unter diesen Voraussetzungen wird auch der angebliche Übergang des Morbiditätsrisikos auf die Kassen zum Lacher. Richtig fies freilich ist die Einlassung des Staatssekretärs dort, wo er einmal mehr die Verantwortung abschiebt. Wir Vertragsärzte sollten doch einfach weniger „Leistungen veranlassen“ – dann könnten wir das Honorar bekommen. Sprich: den Diabetiker weniger überwachen – dafür selbst mehr Geld einstreichen. Nein, Herr Staatssekretär: Es ist Ihre Aufgabe zu definieren, was dieses Sozialsystem zu bezahlen bereit ist. Es ist nicht die Aufgabe des heilenden Arztes, seinen Patienten um des Geldes willen zu vernachlässigen.
Dr. med. Hans-Joachim Zielinski,
Graf-Spee-Straße 10, 25980 Westerland/Sylt
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