ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2007Versorgung von Patienten mit Rektumkarzinomen in Deutschland: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Versorgung von Patienten mit Rektumkarzinomen in Deutschland: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2007; 104(7): A-435 / B-384 / C-372

Lippert, Hans

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Ziel der Arbeit war die Analyse der totalen mesorektalen Exzision (TME) als wesentliches onkochirurgisches Prinzip in der Behandlung tief sitzender Rektumkarzinome in Deutschland anhand der Daten einer prospektiven multizentrischen Beobachtungsstudie. Es ging nicht um eine Bewertung der Ergebnisse nach tiefer anteriorer Resektion im Vergleich zur Rektumexstirpation. Die Ergebnisse zu dieser Fragestellung werden publiziert. Es sei jedoch angemerkt, dass der neben anderen Ergebnissen dargestellte Unterschied zwischen beiden Operationsverfahren, wie in Tabelle 2 dargestellt, unter Berücksichtigung einer differenten Verteilung der Tumorstadien ermittelt wurde.
Zur Evaluierung der Langzeitergebnisse wurde von den Autoren vordergründig die Lokalrezidivrate als der entscheidende und eng mit der Qualität der operativen Versorgung assoziierte Ergebnisparameter nach Resektion tief sitzender Rektumkarzinome dargestellt. Beim Rektumkarzinom steht aus chirurgischer Sicht die Vermeidung des lokalen Tumorrezidivs im Vordergrund. Das lokale Tumorrezidiv ist bei nur 30 bis maximal 50 Prozent der betroffenen Patienten einer erneuten Operation mit 5-Jahres-Gesamtüberlebensraten von weniger als 50 Prozent zugänglich. Daher sind wir sicher, anhand der dargestellten Unterschiede in den Lokalrezidivraten die prognostische Relevanz der TME bestätigen zu können.
Anders als beim Kolonkarzinom, wo die Autoren ebenso das tumorfreie Überleben als den besseren Ergebnisparameter ansehen, erlaubt die Evaluierung der tumorfreien Überlebensraten beim Rektumkarzinom eine weniger präzise Beurteilung der chirurgischen Qualität, weil hier neben der lokalen Tumor-Rekurrenz auch ferne Tumorabsiedlungen in die Analysen eingehen. Daher wurden die Ergebnisse zum tumorfreien Überleben weniger ausführlich bewertet und diskutiert, allerdings nicht versteckt, wie die Abbildung 2 zeigt. Der dargestellte Unterschied im tumorfreien Überleben nach fünf Jahren mit und ohne TME (73,1 Prozent versus 72,6 Prozent, p = 0,034) ist signifikant. Die Berechnung erfolgte nicht mit dem Chi-Quadrat-Test, sondern mit der Kaplan-Meier- und Cox-Regressionsanalyse mit Adjustierung für Kovariaten. Dabei resultiert die Signifikanz für diesen Unterschied nicht zuletzt aus der großen Anzahl nachbeobachteter Patienten. Unwidersprochen müssen solche Unterschiede klinisch bewertet werden.

Prof. Dr. med. Hans Lippert
Chirurgisch Universitätsklinik
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Leipziger Straße 44
39120 Magdeburg

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige