ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2007Mammographie-Screening ab 40 Jahren?

MEDIZIN: Referiert

Mammographie-Screening ab 40 Jahren?

Dtsch Arztebl 2007; 104(7): A-437 / B-386 / C-374

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LNSLNS Ein Mammographie-Screening bei Frauen ab 40 Jahren hat in einer Studie die mit Brustkrebs assoziierte Mortalität gesenkt. Allerdings war die relative Risikoreduktion von 17 Prozent statistisch nicht signifikant (95-Prozent-Konfidenzintervall [95-Prozent-KI]: 0,66 bis 1,04). Nach Adjustierung der Daten in Bezug auf Non-Compliance verminderte sich das Brustkrebs-Mortalitätsrisiko um 24 Prozent (95-Prozent-KI: 0,51 bis 1,01).
Die Autoren luden nach Randomisierung jährlich eine Kohorte von fast 54 000 Frauen zu einer Mammographie ein. Zu Studienbeginn waren die Teilnehmerinnen 39 bis 41 Jahre alt. Etwa 107 000 Frauen aus den gleichen Regionen dienten als Kontrollgruppe ohne Screeningangebot. Beim ersten Screening erstellten die Autoren eine Aufnahme in zwei Ebenen, bei den folgenden Untersuchungen beschränkte man sich auf eine Ausnahme in einer Ebene, um die Strahlenbelastung zu reduzieren. Die erste Einladung zum Screening nahmen 68 Prozent der Frauen wahr, den folgenden Untersuchungen kamen 69 bis 70 Prozent nach. 81 Prozent der eingeladenen Frauen ließen sich wenigstens einmal mammographieren. Durchschnittlich beobachtete man die Probandinnen über zehn Jahre lang. Die Brustkrebssterblichkeit sank im Vergleich zur Kontrollgruppe um 0,4 Erkrankungen pro 1 000 untersuchter Frauen. Um einen Todesfall innerhalb von zehn Jahren zu verhindern, mussten 2 512 Frauen sieben bis neun Jahre gescreent werden; somit waren 17 600 Untersuchungen hierfür erforderlich.
17 000 Frauen ließen sich mindestens siebenmal untersuchen. Bei diesen Teilnehmerinnen stellten die Ärzte in 23 Prozent (3 913 Frauen) mindestens eine falschpositive Diagnose. Dies führte dazu, dass bei vier Prozent (n = 171) eine Zytologie, bei zwei Prozent (n = 90) eine Gewebeentnahme und bei einem Prozent (n = 36) beides notwendig war.
Die Autoren sind der Auffassung, dass ihre Ergebnisse zusammen mit denen anderer Gruppen nahelegen, dass das relative Risiko, an Brustkrebs zu sterben, bei Frauen ab 40 Jahren bei einem Screeningintervall von zwölf bis 18 Monaten um 15 bis 17 Prozent reduziert werden kann. me

Moss SM, Cuckle H, Evans A et al.: Effect of mammographic screening from age 40 on breast cancer mortality at 10 year´s follow-up: a randomised controlled trial. Lancet 2006; 368: 2053–60.
E-Mail: sue.moss@icr.ac.uk

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