ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2007Gerd Biermann†: Pionier der Kinderpsychotherapie

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Gerd Biermann†: Pionier der Kinderpsychotherapie

Dtsch Arztebl 2007; 104(7): A-438 / B-387 / C-375

Kretz, Helmut

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Gerd Biermann. Foto: privat
Gerd Biermann. Foto: privat
Prof. Dr. med. Gerd Biermann, Kinderarzt und Psychoanalytiker, ist am 27. Dezember im Alter von 92 Jahren in Brixen, Italien, gestorben. Geboren und aufgewachsen in Berlin, wurde er nach dem Medizinstudium zunächst Pathologe, absolvierte dann eine pädiatrische Facharztweiterbildung. Psychoanalytiker wurde er bei Alexander Mitscherlich in Heidelberg und Gustav Bally in Zürich. In München leitete er die erste psychosomatische Abteilung an einer Universitäts-Kinderpoliklinik.
Zugute kam ihm ein Aufenthalt über zwei Jahre als erster deutscher Kinderarzt in der Hampstead-Klinik Anna Freuds in London. Biermann war Mitbegründer des renommierten „Instituts für Psychohygiene“ in Brühl bei Köln und wurde 1970 dessen erster Leiter. Durch seine fachlichen Studien und sein politisches Engagement initiierte er psychohygienische Reformen in Kinderkrankenhäusern, etwa das „rooming-in“.
1977 gründete er nach dem „Brühler Modell“ die „Ärztliche Akademie für Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen“, München, die bis heute etwa 1 000 Ärzte, aber auch sogenannte Laien, zu Psychotherapeuten ausgebildet hat. Das von Biermann herausgegebene Handbuch der Kinderpsychotherapie war lange Zeit ein Standardwerk. Darüber hinaus publizierte er nach Forschungen vor Ort das Buch „Die Kinder von Tschernobyl und Semipalatinsk als Opfer atomarer Katastrophen“. Dr. med. Helmut Kretz
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