ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2007Urologische Katheter: Längere Verweildauer im Körper

TECHNIK

Urologische Katheter: Längere Verweildauer im Körper

Dtsch Arztebl 2007; 104(7): A-442 / B-391 / C-379

EB

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Harnleiterstent mit deutlich erkennbaren Ablagerungen am oberen Ende. Foto: Universitätsklinikum Bonn
Harnleiterstent mit deutlich erkennbaren Ablagerungen am oberen Ende. Foto: Universitätsklinikum Bonn
Wissenschaftler der Universität Bonn und der Technischen Universität Kaiserslautern haben urologische Katheter entwickelt, die länger im Körper verbleiben können. Bislang müssen die Katheter in kurzen Intervallen ausgewechselt werden, weil sich innerhalb weniger Stunden auf den Katheteroberflächen Bakterien ansiedeln können, die zu Schmerzen, hartnäckigen Harnwegsinfektionen und auch zu gefährlichen Antibiotikaresistenzen führen können. Dies ist für die Patienten unangenehm und für das Krankenhaus kostenintensiv.
Nanobeschichtung verhindert Ansiedlung von Bakterien
Abhilfe versprechen neuartige Katheter, die mit diamantähnlichem amorphem Kohlenstoff (DLC) beschichtet wurden. Forscher der Universität Bonn und der TU Kaiserslautern arbeiten seit Jahren erfolgreich an der Entwicklung derartiger Hightech-Katheter. „Wir konnten inzwischen die nur wenige nanometerdicken DLC-Schichten schrittweise so modifizieren, dass wir damit eine deutliche Reduktion der Bakterienbiofilmbildung erzielen“, erklärte Dr. Norbert Laube von der Abteilung für Experimentelle Urologie an der Uni Bonn. „Die Katheterliegezeiten lassen sich nach ersten Untersuchungen so von wenigen Wochen auf mehrere Monate verlängern.“ Durch die extrem glatte Oberfläche wird zudem das Einsetzen und Wechseln der Katheter für die Patienten angenehmer und komplikationsfreier.
Die Implantate werden jetzt in einer klinischen Studie getestet. Auch wollen die Wissenschaftler herausfinden, warum die hauchdünnen Kohlenstoff-Schichten so wirksam sind. Künftig sollen darüber hinaus Medikamente an die DLC-Schichten gebunden werden, um so das Einsatzspektrum der Materialien noch zu erweitern. EB

Informationen: Dr. med. Norbert Laube, Experimentelle Urologie, Klinik und Poliklinik für Urologie der Universität Bonn, E-Mail: norbert.laube@ukb.uni-bonn.de
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