ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2007Mitteilungen: UAW-News – International / Albträume unter Atorvastatin

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Mitteilungen: UAW-News – International / Albträume unter Atorvastatin

Dtsch Arztebl 2007; 104(7): A-446 / B-394 / C-382

Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft

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LNSLNS Atorvastatin (Sortis®) ist ein HMG-CoA-Reduktasehemmer, der zur Senkung erhöhter Konzentrationen von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, Apolipoprotein B und Triglyzeriden bei Patienten mit primärer Hypercholesterinämie, familiärer Hypercholesterinämie oder kombinierter (gemischter) Hyperlipoproteinämie (entspr. Typ IIa und IIb nach Fredrickson) eingesetzt wird, wenn Diät und andere nicht-pharmakologische Maßnahmen keine ausreichende Wirkung erbringen. Außerdem ist Atorvastatin zur Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin bei homozygoter familiärer Hypercholesterinämie angezeigt (1).
Atorvastatin wurde im Jahr 2005 mit 83,6 Mio. DDD verordnet. Aufgrund der Einführung der Festbetragsregelung für Statine ging das Verordnungsvolumen innerhalb der GKV gegenüber 2004 um 82 Prozent zurück (2).
Ein holländischer Autor berichtet über eine 72-jährige Patientin mit einer seit Längerem bestehenden Hypertonie, einer Hypothyreose sowie einer Herz- und Niereninsuffizienz (3). Sie erhielt deswegen Levothyroxin 75 µg/Tag, Amlodipin 5 mg/Tag, Atenolol 100 mg/Tag und Losartan 50 mg/Tag. Fünf Tage nach dem Beginn einer Therapie mit Atorvastatin 10 mg/Tag wegen Hypercholesterinämie klagte die Patientin über extreme Albträume, die sie in jeder Nacht während der folgenden zweieinhalb Wochen plagten. Nach Absetzen des Präparates verschwanden die Albträume prompt. Bei einer Reexposition, zu der sich die Patientin einverstanden erklärt hatte, traten die Albträume erneut auf und verschwanden umgehend nach erneutem Absetzen.
Der Autor weist darauf hin, dass schon einmal über Albträume in Zusammenhang mit der gleichzeitigen Gabe von Simvastatin und Metoprolol berichtet wurde (4). Er hält sowohl einen direkten Effekt des Statins auf das ZNS als auch eine Wechselwirkung als Ursache für die Albträume für möglich.
Im deutschen Spontanmeldesystem (gemeinsame Datenbank von BfArM und AkdÄ, Stand: Januar 2007) sind 1 022 Verdachtsfälle unerwünschter Arzneimittelwirkungen nach Gabe von Atorvastatin erfasst. Ein großer Teil der Meldungen bezieht sich auf Störungen des Muskel- und Skelettsystems sowie Erkrankungen des Nervensystems. Meldungen über Albträume finden sich nicht. In vier Fällen wird allerdings von Schlafstörungen und in fünf Fällen von Schlaflosigkeit berichtet. Eine Recherche über die gesamte Wirkstoffgruppe der Statine ergibt acht Meldungen über Albträume, drei im Zusammenhang mit der Gabe von Simvastatin und fünf nach Gabe von Pravastatin (Gesamtberichtszahl: 7 835). In der Fachinformation zu Sortis® wird lediglich auf das häufige Auftreten einer Schlaflosigkeit hingewiesen (1).
Bitte teilen Sie der AkdÄ alle beobachteten Nebenwirkungen (auch Verdachtsfälle) mit. Sie können dafür den in regelmäßigen Abständen im Deutschen Ärzteblatt auf der vorletzten Umschlagseite abgedruckten Berichtsbogen verwenden oder diesen aus der AkdÄ-Internetpräsenz unter www.akdae.de abrufen.

Literatur
1. Fachinformation Sortis® 10/20/40/80 mg. Stand: Januar 2006.
2. Schwabe U, Paffrath P (Hrsg.): Arzneiverordnungs-Report 2006. Springer Medizin Verlag Heidelberg: 2007.
3. Gregoor PJ: Atorvastatin may cause nightmares. BMJ 2006; 332: 950.
4. Boriani G, Biffi M, Strocchi E, Branzi A: Nightmare and sleep disturbances with simvastatin and metoprolol. Ann Pharmacother 2001; 35: 1292.
Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft, Herbert-
Lewin-Platz 1, 10623 Berlin, Postfach 12 08 64, 10598 Berlin,
Telefon: 0 30/40 04 56-5 00, Fax: 0 30/40 04 56-5 55, E-Mail: info@akdae.de, Internet: www.akdae.de
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