ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2007Forschung: Gute Basis, zu wenig Geld

AKTUELL: Akut

Forschung: Gute Basis, zu wenig Geld

Dtsch Arztebl 2007; 104(8): A-454 / B-402 / C-390

Rieser, Sabine

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LNSLNS Die Leistungen bundesdeutscher Forscher sind mit denen von Wissenschaftlern in den USA oder Japan durchaus vergleichbar. Doch weil die absolute Größe der eingesetzten Ressourcen entscheidend ist, gerät die Bundesrepublik zunehmend ins Hintertreffen. Beliefen sich die Ausgaben für Forschung und Entwicklung hierzulande im Jahr 2004 auf rund 68 Milliarden Euro, wurden in den USA circa 313 und in Japan 146 Milliarden Euro investiert. Darauf hat Dr. Peter Strüven in Berlin hingewiesen. Der Geschäftsführer der Boston Consulting Group präsentierte die Ergebnisse einer Studie „Innovationsstandort Deutschland – quo vadis?“.
Demnach werden asiatische Länder zu einer respektablen Konkurrenz für Deutschland, weil sie eine gezielte Bildungs- und Forschungspolitik betreiben und aufgrund ihrer Größe über immer mehr gut ausgebildete Techniker und Ingenieure verfügen. Die Ausgangslage Deutschlands in der Medizintechnik wird allerdings, im Gegensatz zu der in der Biotechnologie und im Bereich Pharma, als überaus positiv beurteilt. Mit Siemens und Fresenius befänden sich zwei deutsche Unternehmen in der Liste der zehn weltweit größten Hersteller, die ansonsten von amerikanischen Unternehmen dominiert wird. Daneben existierten zahlreiche mittelständische Unternehmen, die in ihrem Segment Marktführer seien, sowie kleine, stark spezialisierte Firmen.
Spitzenreiter bei Medizintechnologie
„Die Patentanalyse zeigt, dass Deutschland vor allem bei chirurgischen Instrumenten und Verfahren, Implantaten und Prothesen sowie bildgebenden Verfahren technologisch mit an der Spitze liegt und bei vielen anderen Teilgebieten eine bedeutende Rolle spielt“, heißt es im Bericht. Die hohe Wettbewerbsfähigkeit spiegelt sich auch darin, dass Deutschland mehr medizintechnische Geräte aus- als einführt.
Die Autoren der Studie gehen jedoch davon aus, dass in den nächsten Jahren Anstrengungen nötig sind, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Gefährdet scheine die deutsche Position vor allem „beim Schlüsselthema IT-Systeme zum Management von Patientendaten“. Wenn solche Systeme nur zögerlich eingeführt würden, fehle den Unternehmen die Möglichkeit, durch die Erprobung im Heimatland Erfahrungen zu sammeln. Notwendig sei es zudem, Ideen von Mitarbeitern an staatlichen Forschungseinrichtungen besser zu vermarkten. Sabine Rieser
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