ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2007HPV-Impfstoffe: Frage und Antwort
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Ich möchte zu den von Prof. Dr. G. Gross gestellten Fragen Stellung nehmen. „Darf man auch HPV-Infizierte impfen?“ Es ist sicher kein Zufall, dass Diane Harper in ihrer HPV-16/18-Impfstudie DNS-positive Frauen ausschloss, und Luisa Villa in ihrer Gardasil-Studie die Untersuchungsergebnisse von DNS-positiven geimpften Frauen dem Leser vorenthält, weil die 133 Fälle nicht repräsentativ genug seien. Es müssen schwerwiegende Gründe dafür vorliegen. Das HPV-Management-Forum lehnt die Notwendigkeit einer vorherigen HPV-Testung ab, da keine vermehrten Nebenwirkungen in dieser Gruppe aufträten. Ein positives DNS-Ergebnis wäre „kein Grund zur Ablehnung einer Impfung“. Das Ziel der Zervixkarzinom-Früherkennung ist, durch Ablösen der Zytologie durch den HPV-Abstrich die Sensitivität um ca. 47 Prozent zu erhöhen. Wenn aber alle HPV-Positiven mit einer L1-VLP-Vakzine geimpft werden, können sich durch den hohen Anstieg der Antikörper gegen L1 wahrscheinlich keine kompletten Viren mehr bilden und der HPV-Nachweis wird negativ, obwohl die Onkogene E6/E7 massenhaft in den basalen Zellen agieren. Das Ergebnis wäre ein Kollumkarzinom mit negativem HPV-Nachweis. „Hilft der Zusatz der Typen 6 und 11?“ Die Testergebnisse von drei Jahren auf Low-risk-HPV-Viren zeigten mir, dass viele Patientinnen mit Kondylomen low-risk-negativ waren und die low-risk-positiven Patientinnen keine Kondylome hatten. „Wie lange hilft der Impfschutz?“ In der populations-basierten Studie von C. Viscidi zeigte sich, dass für HPV 16/18/31 das gleiche Infektionsrisiko besteht, unabhängig davon, ob Seropositivität oder -negativität gegen HPV-16/18/31-Kapside bestand. Nur bei hohen Antikörper-Titern trat eine Risikominderung für eine Zweitinfektion von 40 Prozent ein. L. Villa zeigt Kurven, nach denen bei HPV 6/11/18 nach 36 Monaten keine Unterschiede mehr vorhanden sind zwischen natürlich, nach Impfung oder Boosterung erworbenen Antikörpern. Nur bei HPV 16 bleiben die Antikörper ca. 100-fach höher.
Literatur bei dem Verfasser
Dr. med. Dieter Grünthal,
Rothenbaumchaussee 11, 20148 Hamburg
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema