ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2007Notaufnahme: Blick über den Tellerrand
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Die Tatsache, dass sich eine große Fachgesellschaft für eine fachliche Trennung in der Notaufnahme ausspricht, ist zwar verständlich, sachlich deshalb aber per se noch nicht begründet. Wir sind mit der Facharztausbildung in Deutschland längst an einem Punkt angelangt, an dem die vermittelten Kenntnisse immer weiter in die Tiefe gehen, dadurch aber die Breite verloren geht. Wir benötigen gerade in der Notaufnahme Ärzte, die den Blick über den Tellerrand eines speziellen Fachgebiets hinaus behalten haben. Dies widerspricht in keiner Weise dem Grundsatz der Behandlung auf fachärztlichem Niveau. Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung nach jahrelanger Tätigkeit in Notaufnahme-Einheiten beider Organisationsformen behaupten, dass in einer interdisziplinären Notaufnahme der Patient deutlich früher von dem Facharzt, der für sein Erkrankungsbild zuständig ist, behandelt wird als in dezentralen Einrichtungen. Dies spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass in der Stellungnahme der DGIM ein Fach wie die Neurologie mit einer großen Anzahl von Notfällen mit zeitkritisch zu versorgenden Patienten (Stichwort Schlaganfall) nicht erwähnt wird. Aus gutem Grund gibt es daher in der überwiegenden Anzahl der industrialisierten Länder dieser Welt interdisziplinäre Notaufnahmen mit Ärzten, die eine entsprechende (klinisch-)notfallmedizinische Ausbildung absolviert haben . . .
Dr. med. Peter-Friedrich Petersen,
Leiter Notaufnahme, Universitätsklinikum Aachen, Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen
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