ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2007Madagaskar: Public Health oder Kurativmedizin?
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Herr Kollege Helber beschreibt die auch uns gut bekannten klinischen Arbeitsbedingungen in einem Entwicklungsland. Teile seines Artikels erwecken jedoch den Eindruck, als sei die kurative Versorgung nur deswegen unzureichend, weil Public Health (einseitig) gefördert würde. Tatsache ist, dass die Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern generell unterfinanziert ist. Dies trifft für Public Health wie für kurative Dienste in gleicher Weise zu. Dafür tragen wir in Deutschland eine Mitverantwortung: Wir haben unser Versprechen, 0,7 Prozent des Bruttosozialprodukts für die Entwicklungshilfe aufzuwenden, auch nach Jahren noch nicht umgesetzt. Zusätzlich belasten westliche Industriestaaten die ärmeren Länder, indem sie gut ausgebildete Mediziner von dort aktiv abwerben. Tatsache ist aber auch, dass eine kurative Medizin ohne Public Health schnell an ihre Grenzen stößt. Das den Artikel begleitende Foto zeigt Lebensbedingungen, unter denen sich Cholera ausbreitet. Eine Strategie, die sich lediglich auf die Therapie der Cholera stützt, kann das Problem nicht nachhaltig lösen. Public Health und kurative Medizin müssen Hand in Hand arbeiten – in Entwicklungsländern genauso wie in Deutschland.
Foto: AP
Foto: AP
Prof. Dr. med. Oliver Razum,
Dr. med. Ansgar Gerhardus,
Abteilung Epidemiologie & International Public Health, Fakultät für Gesundheitswissenschaften,
Universität Bielefeld, Universitätsstraße 25,
33615 Bielefeld
Prof. Dr. med. Hajo Zeeb, Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik,
Johannes Gutenberg-Universität,
Obere Zahlbacher Straße 69, 55131 Mainz
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