ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2007Behandlung von Risikopatienten nach ASS-induzierter Magenblutung

MEDIZIN: Referiert

Behandlung von Risikopatienten nach ASS-induzierter Magenblutung

Dtsch Arztebl 2007; 104(8): A-501 / B-441 / C-428

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LNSLNS Nicht wenige Patienten, die nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt auf eine Dauermedikation mit 100 mg Acetylsalicylsäure (ASS) eingestellt werden, entwickeln eine akute gastrointestinale Blutung, die zur Absetzung von ASS führt. Dies ist nicht ungefährlich, wie chinesische Autoren auf der Digestive Disease Week 2006 in Los Angeles berichteten.
Bei 113 Patienten mit einer zerebrovaskulären Insuffizienz (CVI), die unter einer ASS-Dauermedikation standen, kam es zu einer akuten Blutung aus einem Magengeschwür, die durch endoskopische Lokalmaßnahmen (Unterspritzung mit Noradrenalin, Thermokoagulation) zum Stillstand gebracht wurde. Nach einer dreitägigen intravenösen PPI-Therapie erhielten die Patienten entweder weiter ASS plus PPI oral oder ein Placebo. Bei den 58 weiter mit ASS behandelten Patienten erlitten elf (18,9 Prozent) eine Rezidivblutung, unter Placebo sechs (10,9 Prozent). Der Unterschied zwischen den Gruppen war nicht signifikant. Die PPI-Magenschutztherapie war offensichtlich nicht wirksam. Hingegen lag die Mortalität nach einem Monat unter ASS bei 1,7 Prozent, nach Absetzen des ASS bei 9,1 Prozent. Die entsprechenden Zahlen nach zwei Monaten betrugen 1,7 beziehungsweise 14,5 Prozent. Die Autoren raten deshalb, auch nach einer durch ASS ausgelösten Magenblutung bei entsprechenden Risikopatienten rasch wieder mit der ASS-Medikation zu beginnen.
Das Fazit für die Praxis lautet, dass eine Magenschutztherapie praktikabel und bei entsprechender Risikokonstellation notwendig ist. Eine durch ASS induzierte Magenblutung ist beherrschbar, wohingegen Apoplex oder Myokardinfarkt vermieden werden müssen. w

Sung J, Lau L, Ching J et al.: Can Aspirin be re-introduced with proton pump inhibitor infusion after endoscopic hemostasis? A double-blind randomized controlled study.
Gastroenterology 2006; 130(Suppl.2) A 250, Prof. Dr. Sung, Prince of Walse Hospital, Chinese University of Hong-Kong

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