SUPPLEMENT: Reisemagazin

Autostadt Eisenach

Dtsch Arztebl 1997; 94(10): [22]

Burkart, Günter

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Das Opel-Werk in Eisenach gilt als eine der größten Erfolgsstories westdeutscher Investitionen in der ehemaligen DDR; davon werden sich Besucher des 100. Deutschen Ärztetages im Mai bei einer im Rahmenprogramm angebotenen Besichtigung überzeugen können. Ansonsten teilt nun auch Eisenach, was Autos angeht, das Schicksal der meisten deutschen Städte, nämlich den Stau (zum Beispiel vor dem Nikolaitor); einige der Fotos auf diesen Seiten belegen das.
Nur wenige Nicht-Eisenacher werden wissen, daß in diesem Jahr in Eisenach nicht nur der Ärztetag, sondern auch der Automobilbau Jubiläum feiert: 1897 wurden die Automobilwerke Eisenach gegründet, und 1898 wurde zum ersten Mal ein Auto namens "Wartburg" gebaut.
Auch schon 90 Jahre zurück reicht eine andere Typenbezeichung der Eisenacher Automobilbauer: 1907 entstand das erste "motorgetriebene Kutschfahrzeug" namens Dixi. Für Oldtimer-Fans verbindet sich dieser Name allerdings mit den Fahrzeugen, die BMW ab 1928 in Eisenach baute, mit dem über die Motorhaube geschnallten Lederriemen. Wiederum: nur wenige dürften wissen, daß sich darunter nichts anderes verbarg als Lizenzausgaben des legendären Austin Seven. Bis zur Schließung 1942 produzierte BMW in Eisenach fast 63 000 Autos.
Nach Kriegsende fing man mit Kochtöpfen und Eimern wieder an. Nebenbei gelang es aber, aus eingelagerten Einzelteilen für die sowjetische Besatzungsmacht fünf BMW zusammenzubasteln. Die Russen waren begeistert, ließen die Firma Awtowelo gründen und bestellten 2 000 Fahrzeuge jährlich für die Sowjetunion und den Export. Anfang der fünfziger Jahre wurden in Eisenach sogar einmal Rennwagen produziert, bis dann der Volkseigene Betrieb die Typenbezeichnung "Wartburg" wieder aufnahm. Unter diesem Namen produzierten die Eisenacher Automobilbauer einen Fahrzeugtyp, der - im Gegensatz zum Trabant - auch internationalen Vergleichen standhalten konnte. In der Zeit um 1970 konnte der Wartburg in nennenswerten Stückzahlen in Westdeutschland und einigen westeuropäischen Ländern abgesetzt werden, als preisgünstiger, anspruchsloser und einigermaßen zuverlässiger Kleinwagen. gb
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote