ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2007Fortschritte in der Diagnostik und Therapie der Amyloidosen: Kardioverter-Defibrillator – Nutzen ungeklärt

MEDIZIN: Diskussion

Fortschritte in der Diagnostik und Therapie der Amyloidosen: Kardioverter-Defibrillator – Nutzen ungeklärt

Dtsch Arztebl 2007; 104(8): A-502 / B-442 / C-429

Schmidt, Hartmut H.-J.; Saeger, Wolfgang; Röcken, Christoph

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LNSLNS Erst kürzlich hat die Deutsche Gesellschaft für Amyloid-Krankheiten e.V. weltweit erstmalig „Interdisziplinäre Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der extrazerebralen Amyloidosen“ veröffentlicht (1). Ergänzend zum Beitrag im Deutschen Ärzteblatt möchten wir erwähnen, dass zur Therapie der symptomatischen kardialen Amyloidose die frühzeitige Implantation eines Herzschrittmachers erwogen werden muss, insbesondere bei Patienten mit geplanter Lebertransplantation auf dem Boden einer genetisch gesicherten Transthyretin-assoziierten Amyloidose. Der häufig zitierte sogenannte akute Herztod bei Patienten mit symptomatischer Amyloidose scheint im Wesentlichen auf vasovagale Synkopen und Bradyarrhythmien zu beruhen (Evidenzgrad C).
Die in Heidelberg laufende Evaluation des Stellenwertes der Implantation eines Kardioverter-Defibrillators ist sehr begrüßenswert, weil bis heute ungeklärt ist, inwieweit Tachyarrhythmien zur Mortalität in diesem Patientengut beitragen. Zu den wesentlichen Symptomen, die den Ausschluss einer Amyloidose erfordern, seien noch die Makroglossie und eine andauernde Heiserkeit aufgeführt, weil beide Symptome in unserem Patientenkollektiv von großer Relevanz sind.


Prof. Dr. med. Hartmut H.-J. Schmidt, Transplantationshepatologie, Münster
Prof. Dr. med. Wolfgang Saeger, Institut für Pathologie, Hamburg
Prof. Dr. med. Christoph Röcken, Institut für Pathologie, Charité-Universitätsmedizin, Berlin

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Hartmut H.-J. Schmidt
Transplantationshepatologie
Universitätsklinikum Münster
Domagkstraße 3A, 48149 Münster

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonlikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Deutsche Gesellschaft für Amyloid-Kranheiten e.V.: Interdisziplinäre Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der extrazerebralen Amyloidose. Dtsch Med Wochenschr 2006; 131: 45–66. MEDLINE
1. Deutsche Gesellschaft für Amyloid-Kranheiten e.V.: Interdisziplinäre Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der extrazerebralen Amyloidose. Dtsch Med Wochenschr 2006; 131: 45–66. MEDLINE

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