ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2007Früherkennung des Prostatakarzinoms: Rechtzeitige radikale Prostatektomie

MEDIZIN: Diskussion

Früherkennung des Prostatakarzinoms: Rechtzeitige radikale Prostatektomie

Dtsch Arztebl 2007; 104(8): A-504 / B-444 / C-431

Krumhaar, Dieter

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LNSLNS Nachdem im näheren Bekanntenkreis mehrere Todesfälle aufgrund eines Prostatakarzinoms zu beklagen waren, bin ich als ehemaliger Allgemein- und Thoraxchirurg zu der Überzeugung gelangt, dass die Prostatakrebserkrankung nicht sozusagen statistisch bagatellisiert werden darf.
Natürlich müssen alte Herren mit PSA-Werten von circa 2 ng/ml nicht ständig PSA und anderweitig kontrolliert werden, andererseits bin ich äußerst skeptisch bezüglich der propagierten „aktiven Beobachtung“ bei Patienten mit bioptisch gesichertem Prostatakarzinom, weil hieraus unter anderem die Gefahr einer erhöhten Metastasierungsfrequenz droht. Letztere liegt – wie die Autoren darlegen – selbst beim radikal operierten Prostatakarzinom innerhalb von zehn Jahren postoperativ bei 15 Prozent. Die Hauptproblematik beim Prostatakrebs liegt aus meiner Sicht darin, dass äußerst agressive Karzinome zurzeit nicht mit ausreichender Sicherheit von langsam wachsenden „harmloseren“ Prostatakarzinomen differenziert werden können – auch nicht durch Beobachtung des PSA-Anstiegs. Sind „harmlosere“ Karzinome – mit Blick auf die genannte Metastasierung – wirklich harmlos? Aufgrund der sehr guten Spätergebnisse großer europäischer und amerikanischer Urologie-Zentren bin ich ein Verfechter der rechtzeitigen radikalen Prostatektomie.

Prof. Dr. med. Dieter Krumhaar
Gärtnereiring 74, 13593 Berlin

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